Tatsächlich hätten viele Organisationen die Hilfsgelder nach der Katastrophe im Dezember 2004 verschwendet, meint Weliamuna. Aber auch die Behörden seien "überwältigt" gewesen von den Spenden, die nach dem Tsunami aus aller Welt eingingen. Sri Lankas Präsident Mahinda Rajapakse hatte vor einem Jahr zugegeben, dass die Behörden nicht genug für die Opfer getan hätten. Schätzungsweise 31.000 Menschen starben bei der Katastrophe in dem Inselstaat, rund eine Million wurden obdachlos. Den Opfern wurden daraufhin Hilfen in Höhe von umgerechnet 2,4 Milliarden Euro versprochen.



Luxus für die Helfer, kein Geld für die Opfer


Im September 2005, rund ein Dreivierteljahr nach dem Tsunami vom 26. Dezember 2004, stellte Sri Lankas Rechnungshof fest, dass von rund einer Milliarde Euro, die bis dahin tatsächlich gezahlt wurde, erst knapp ein Achtel ausgegeben worden war. Eine weitere Buchprüfung gab es seitdem nicht mehr.

Weliamuna kritisiert auch viele der fast vierhundert Hilfsorganisationen im Land: "Wir wissen, dass äußerst hohe Gehälter gezahlt worden sind, das Vielfache der üblichen Höhe." Berichten zufolge genehmigten sich Helfer teils das Dreifache der in der srilankischen Privatwirtschaft üblichen Löhne, schafften sich teure Geländewagen und Wohnungen an. Von den rund 100.000 beschädigten und zerstörten Häusern der Einheimischen wurde dagegen - laut staatlichen Angaben - erst die Hälfte wieder aufgebaut.

Als die weltweit gegen Korruption kämpfende Organisation Transparency International die Hilfsorganisationen dazu aufrief darzulegen, wie sie die Spendengelder ausgegeben haben, kam fast keine Reaktion, wie Buchprüfer Rukshana Nanayakkara sagt. Gerade einmal sechs der 70 internationalen Organisationen, die große Wiederaufbauprojekte leiten, seien dem Aufruf nachgekommen. Die anderen stellten sich taub oder lehnten es rundweg ab, sich prüfen zu lassen. Nanayakkara zufolge wurden für etliche Menschen neue Häuser gebaut, die gar nicht von den Flutwellen betroffen waren - und manche Fischer erhielten zwei oder drei neue Boote, während andere völlig leer ausgingen.



Thailand hat seine Hausaufgaben gemacht


Im benachbarten Thailand dagegen ging der Wiederaufbau sehr viel schneller voran - was man auch daran ablesen kann, dass mittlerweile wieder fast genauso viele Ausländer ihren Urlaub im südostasiatischen Königreich verbringen wie vor der Tsunami-Katastrophe. "Die Ertragskraft liegt 22 Prozent über der vor dem Tsunami", sagt Gregory Anderson, Chef der Hotelanlage Le Meridien in Khao Lak. Rund 5400 Tote gab es bei der Flutwellenkatastrophe in Thailand, etwa die Hälfte von ihnen ausländische Urlauber.

Während große Hotels mit Werbekampagnen und Preisnachlässen arbeiten, um ihre Häuser voll zu bekommen, bleiben kleinere Hotels und Geschäfte allerdings oft auf der Strecke. Und auch der Geldfluss aus dem Ausland hat sich nicht so entwickelt wie zunächst gehofft: Fast zwei Jahre nach dem verheerenden Tsunami warten die betroffenen Länder laut einem Bericht der britischen BBC noch immer auf einen Großteil der zugesagten Hilfsgelder.