"Ich war damals durch die eingetretenen Verluste voll unter Kontrolle der Bawag und musste gegen meinen Willen gegen jede Einsicht, den Consulter Vranitzky konsultieren", erklärte Flöttl. Zu Consulting-Tätigkeiten soll es aber erst gar nicht gekommen sein. Flöttl: "Nichts. Keine Beratung, keine sonstige Leistung." Die Einführung des Euro als Buchgeld - in diesem Zusammenhang soll Vranitzky als Berater tätig gewesen sein - sei bis dahin längst abgeschlossen gewesen. Erst nach einem Anruf Elsners habe er die Summe überwiesen.

Sechs Monate später soll es eine weitere Aufforderung für eine "weitere Million" von Elsner gegeben. Flöttl will dies abgelehnt haben, was Vranitzky auch akzeptiert haben soll.

Unterdessen wittert die SPÖ eine Verschwörung von Justiz und Regierung. Flöttl wolle sich mit seinen Aussagen, wonach er Vranitzky Geld zur Finanzierung der SPÖ gegeben habe, bei der Regierung beliebt machen und von der Justiz Strafminderung erhalten, vermutet SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer. Er sieht einen "ungeheuren Skandal, dass die Regierung die SPÖ mundtot machen will" und einen "missbräuchlichen Einsatz der Justiz für eine Schmutzkübelkampagne" sowie ein "abgekartetes Spiel von BZÖ und ÖVP".

Laut Justizkreisen sollen im Bawag-Skandal rund um den Karibik-Komplex bereits in den nächsten Tagen die ersten Anklageschriften fertig sein. Die Anklage soll nochmals ausgedehnt werden. Die Zahl der Angeklagten dürfte sich noch verdoppeln. Rätselraten herrscht unterdessen um den tatsächlichen Gesundheitszustand von Ex-Bawag-Generaldirektor Helmut Elsner.

SPÖ sucht ihr Heil im Angriff

Bawag - Anklagen bald fertig?