Die Strafe liegt zwar am untersten Ende des möglichen Rahmens von bis zu zehn Jahren, Gudenus-Verteidiger Farid Rifaat meldete trotzdem Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung beim Obersten Gerichtshof an. Verurteilt wurde Gudenus im Wesentlichen für zwei Aussagen. Im April 2005 meldete er Zweifel an der Existenz von Gaskammern an und sagte im ORF etwas holprig: "Ich glaube, man sollte dieses Thema ernsthaft debattieren und nicht auf eine Frage du musst es ja oder nein beantworten, sonder überprüfen wir das, ich bin der Meinung, ich fordere eine, immer wiederum eine Prüfung." Im Juni legte er im "Standard" nach: "Es gab Gaskammern, aber nicht im Dritten Reich, sondern in Polen. So steht es auch in den Schulbüchern."

Im Prozess rechtfertigte sich Gudenus damit, dass er nicht die Existenz von Gaskammern generell in Zweifel gezogen habe, sondern lediglich die Existenz von Gaskammern im "Dritten Reich". Dieses reichte seiner Interpretation zufolge nur von 1933 bis 1938 und wurde mit dem Anschluss Österreichs 38 zum "Großdeutschen Reich". Dass es im "Großdeutschen Reich" Gaskammern gegeben habe, das sei "unbestritten".

Die Laienrichter konnten dieser Differenzierung allerdings wenig abgewinnen und befanden Gudenus für schuldig. Staatsanwalt Karl Schober hatte die Verteidigungslinie von Rifaat zuvor als "Unsinn" bezeichnet. Gudenus habe bewusst den Stand der Geschichtswissenschaften negiert.