Die e-card ersetzt heuer noch den Krankenschein - © BGKK
Die e-card ersetzt heuer noch den Krankenschein - © BGKK

Nachdem der Probebetrieb mit rund 104.000 Karten in 130 Ordinationen und drei Ambulatorien im Nordburgenland seit Ende Februar weitgehend problemlos funktioniert hat, geht jetzt der Echtbetrieb los: Den Anfang machen die Bezirke Bruck an der Leitha, Wien-Simmering, Salzburg-Stadt und Dornbirn. Danach wird sich die E-Card Woche für Woche weiter über Österreich ausbreiten. In der letzten November-Woche soll der so genannte Roll-out abgeschlossen sein, die beiden letzten Bezirke werden Zell am See und Wien-Donaustadt sein.

Täglich sollen rund 60.000 bis 70.000 Karten versendet werden. Jeweils einige Tage bevor die Versicherten ihre Karte bekommen, sollen in den jeweiligen Bezirken die Arzt-Praxen mit der notwendigen Technik ausgestattet werden. Dazu sind in ganz Österreich rund 70 Techniker im Einsatz, die theoretisch in 150 Ordinationen pro Tag die Installationen vornehmen können. Um den Plan einzuhalten, genügen 100 Anschlüsse pro Tag. Pro Woche sollen 500 Praxen ans Netz gehen.

Die Probleme in Wien, wo die Ärzte die E-Card vorübergehend boykottiert hatten, führen dazu, dass man in der Bundeshauptstadt für die Installationen bei den Ärzten etwa zwei Wochen hinter dem ursprünglich geplanten Zeitplan ist. Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger hofft aber, diesen Rückstand wieder aufholen zu können, wie der zuständige Manager Volker Schörghofer erläuterte. Beim Versand der Karten an die Versicherten gibt es aber keine Verzögerung.

Die E-Card kommt mit der Post

Zugestellt bekommen die Versicherten die Karten mit einem gewöhnlichen Brief, nicht per Einschreiben. Sollte eine Karte verloren gehen, ist der oder die Betroffene gebeten, bei der Sozialversicherung anzurufen, dann wird eine neue Karte zugesandt. Sollte eine Adresse falsch sein, geht die Karte zurück, wo dann mittels der Daten der Sozialversicherungen und im Melderegister nach der richtigen Adresse gesucht wird. Schörghofer verweist darauf, dass beim Probelauf im Nordburgenland nur zwei Prozent der Karten wieder zurück gekommen seien, er geht aber davon aus, dass vor allem in größeren Städten angesichts einer höheren Mobilität der Menschen der Rücklauf größer sein wird.

Auch Kinder bekommen eine E-Card

Die Karte bekommen alle Sozialversicherten vom Baby bis zum Greis. Mitgeschickt werden auch ein Folder mit den wichtigsten Informationen zum Gebrauch der E-Card und ein Begleitschreiben. Darin wird darauf aufmerksam gemacht, dass es sich um ein "sehr wichtiges elektronisches Dokument" handelt. In dem Schreiben, dass den Karten für Kinder beigelegt ist, heißt es wörtlich: "Sie ist kein Spielzeug."

Wer seine E-Card schon hat und zu einem Arzt mit installiertem Lesegerät kommt, der benötigt auch während der Übergangszeit bis Jahresende keinen Krankenschein mehr. Der zuständige Manager im Hauptverband, Volker Schörghofer, wünscht sich nun aber, dass jeder, der schon seine Karte hat, unabhängig davon, ob der Arzt das System installiert hat oder nicht, keinen Krankenschein mehr braucht. Dafür wäre eine Verordnung von Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat notwendig. Wenn der Arzt noch nicht an das System angeschlossen ist, kann man einen Ersatzkrankenschein ausstellen.

Die E-Card darf vergessen werden

Kein Problem ist es, wenn man seine E-Card vergessen hat. Der Arzt kann dann einfach die Sozialversicherungsnummer eingeben und bekommt mit seiner Ordinations-Karte Zutritt zum System. Ähnlich funktioniert es bei Hausbesuchen, hier kann der Arzt die Sozialversicherungsnummer notieren und dann in der Ordination eingeben. Wenn der Patient dann beim nächsten Mal mit der Karte in die Ordination kommt, erfolgt eine automatische Nachsignierung. Wenn der Patient keinen Krankenschein mitbringt, kann der Arzt auch dann, wenn keine E-Card da ist, einen Geld-Erlag verlangen, der bei Kartenvorlage später zurück gezahlt wird.

Kein "Doktor-Hopping"

Auch wenn man künftig keinen Krankenschein mehr braucht, kann man trotzdem nicht beliebig oft zu verschiedenen Ärzten gehen. Die bestehenden Limits bleiben bestehen, ein "Doktor-Hopping" bleibt weiter ausgeschlossen. Ohne private Zahlung kann man als ASVG-Versicherter nur einen praktischen Arzt pro Quartal und je nach Bundesland zwei bis drei Fachärzte pro Quartal besuchen. Das System erkennt, wenn man schon bei einem Arzt war.

Überweisungen werden vorerst noch weiter auf Papier ausgestellt. Der Grund dafür liegt darin, dass darauf medizinische Angaben wie Diagnosen, Untersuchungen oder Behandlungen vermerkt sind, auf der E-Card aber keine medizinischen Daten gespeichert sind. Schörghofer kündigt aber an, dass elektronische Überweisungen "einer der nächsten Schritte" sein werden.

Kein Notfall-Daten

Entgegen ursprünglichen Plänen werden Notfalldaten auf keinen Fall auf der Karte gespeichert, auch nicht auf Wunsch des Versicherten. Das wäre technisch zwar möglich, ist aber rechtlich und organisatorisch noch nicht ausdiskutiert. Gespeichert sind auf der Karte nur der Name, ein etwaiger akademischer Grad, die Sozialversicherungsnummer und die Kartennummer. Wenn die Karte in das Lesegerät gesteckt wird, wird nur abgefragt, ob und bei welchem Krankenversicherungsträger man versichert ist und ob eine eventuelle Rezeptgebührenbefreiung besteht. Auf der Rückseite der E-Card befindet sich die Europäische Krankenversicherungskarte.