Der Umbau ist mit insgesamt 1,8 Mill. Euro veranschlagt und beschert dem umstrittenen "Siegfriedskopf" einen neuen Standort: Das derzeit in der Aula stehende Denkmal kommt in den Arkadenhof, der ebenfalls neu gestaltet wird.

Die Jury unter dem Vorsitz des Architekten Boris Podrecca lobte vor allem die "gestalterische Ehrlichkeit und Rücksicht" der vorliegenden Planungen auf den Bestand. Die Architekten würden die geplanten modernen Einbauten von der vorhandenen Bausubstanz entkoppeln, damit der Historie Rechnung tragen und den Eingangsbereich der Uni zu einem hellen, freundlichen Entree modernisieren. Die Darstellungen der Nobelpreisträger der Uni würden prominent im Hof aufgestellt, zugleich jedoch "unprätenziös und sachlich präsentiert".

Der gesamte Eingangsbereich soll sich künftig rollstuhlgerecht, übersichtlich und funktional präsentieren sowie mit modernster Informationstechnik ausgestattet sein. Der "Siegfriedskopf" übersiedelt in den Arkadenhof und erhält eine gläserne Einhüllung, auf der in künstlerischer Form die Geschichte des Denkmals aufgearbeitet wird. Der "Siegfriedskopf" wurde am 9. November 1923 in der Aula der Uni Wien von der "Deutschen Studentenschaft" als Gefallenendenkmal aufgestellt. Der Marmorsockel trägt u. a. die Inschriften "Ehre, Freiheit, Vaterland" und "Errichtet von der Deutschen Studentenschaft und ihren Lehrern". Diese Gruppe war seit 1919 der Dachverband aller reichsdeutscher, sudetendeutscher und österreichischer Studenten, die Mitgliedschaft an "deutsche Abstammung und Muttersprache" gebunden.

Nach Ansicht der Burschenschafter handelt es sich beim Siegfriedskopf ausschließlich um ein Heldendenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Gegner sehen darin allerdings ein Symbol für rechtes und rechtsextremes Gedankengut an den Unis. Das Denkmal war und ist deshalb immer wieder Grund für Auseinandersetzungen und Ziel von Beschädigungen. Derzeit ist es mit einem Bretterverschlag verhüllt. 1990 hatte der Senat der Uni Wien bereits beschlossen, den Kopf vom zentralen Platz in der Aula in den Arkadenhof zu verlegen, scheiterte mit dem Vorhaben aber am Widerstand des Bundesdenkmalamts.