Region

Die Rax ist weithin sichtbar und wird dabei nur von dem gegenüber dem Höllental liegenden Schneeberg überragt. Dieser liegt natürlich bei jeder Raxtour zum Greifen nahe. Dabei offenbart sich für alpine Bergwanderer eine idyllische Berglandschaft in einem streng kontrollierten Wasser- und Pflanzenschutzgebiet. Mächtige Felsen und grüne Ebenen bieten eine Flora und Fauna, die vom Frühjahr bis in den Spätherbst eindrucksvolle Erlebnisse besonderer Art vermitteln. Neben der bequemen Aufstiegshilfe der Raxseilbahn sorgen auch mehrere Anstiegswege für eine Wandervielfalt unterschiedlichster Schwierigkeitsgrade.

Faszinierende Ausblicke belohnen den Bergwanderer für seine Mühen. Zwischen den höchsten Ausläufern der Alpen liegt das wildromantische Höllental, das von der Schwarza geprägt wird. Hunderte Meter Felsabbrüche und Kletterwände vermitteln auf einer Länge von über 15 km gigantische Impressionen.

Im Jahre 1859 wütete auf den Hängen der Rax oberhalb von Kaiserbrunn ein Waldbrand, der beträchtliche Ausmaße annahm. Daraus resultierend legte das Feuer an dieser Stelle eine felsige Schneide frei, die seither als "Brandschneide" bekannt ist.

Seit 1903 ist der Steig gesichert und gilt als einer der schönsten und reizvollsten Höhenwege im südlichen Niederösterreich. Zu den Vorzügen der Brandschneide zählen der herrliche Tiefblick in das Höllental, die Sicht zu den Westabstürzen des Schneebergs und zu den oberen Ausläufern des Wiener Beckens. Außerdem wird der am Rande des Kleinen Wolfstales verlaufende Steig verhältnismäßig wenig frequentiert.

In Kaiserbrunn wird die Geschichte der Wasserleitung im über 100 Jahre alten Haus des Wasseraufsehers dokumentiert. Nach unserem Lokalaugenschein ist uns verständlich, dass Mitte des 19. Jahrhunderts bei einem Ausflug des Kaisers in dieser intakten Natur und sauberen Umwelt das Wasser als unverzichtbare Lebensader für die Bundeshauptstadt entdeckt worden ist. Unter dem Motto "Wasser in jedwedes Bürgers Haus" hat Kaiser Franz Joseph anlässlich der Eröffnung der Ringstraße am 1. Mai 1865 der Stadt Wien die Kaiserbrunnenquelle geschenkt.

Seit dieser Zeit bringen die Quellen von Rax und Schneeberg pro Tag 200.000 m³ dieses kostbaren Gutes auf einer Länge von 118 km ohne Pumpanlagen über die erste Hochquellenleitung mit ihren zehn Aquädukten nach Wien. In diesem Themenmuseum erfahren wir auch, dass das Wasser seinerzeit an öffentlichen Brunnen abgegeben und von sogenannten "Wassermännern" und "Wasserfrauen" verkauft wurde.