Als einen "Anschlag auf die Bevölkerung" bezeichnet gar Klaus Luger (SPÖ), Linzer Vizebürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender der städtischen Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft, die Auflagen des BDA. "In die Hitler-Bauten aus der NS-Zeit sollen originalgetreue Holzkastenfenster statt der Plastikfenster eingebaut werden", so Luger. Weiters darf der 16 Zentimeter dicke äußere Vollwärmeschutz plötzlich nur noch zehn Zentimeter umfassen. Durch den Umbau und die schlechtere Dämmung würden die Kosten für die 600 Mieter ums Doppelte steigen. "Wir wehren uns daher gegen die Diktion des BDA", so Luger.

Landeskonservator Wilfried Lipp widerspricht: "In Linz gibt es nur noch fünf Prozent historische Fenster, jetzt ist ein Rückbau nötig, um das kulturelle Erbe nicht verkommen zu lassen." Bei der Dämmung habe man ohnedies kapituliert - eine Fassade dürfe prinzipiell gar nicht verändert werden.

In Hallstatt erhitzen sich indessen die Gemüter, weil das BDA einen ganzen Ortsteil unter Schutz stellen will. "Es ist zu streng und mischt sich in Dinge ein, die es nicht beurteilen kann", poltert Bürgermeister Alexander Scheutz (SPÖ). Auf Häusern ist "Hallstatt wehrt sich gegen den Denkmalschutz" zu lesen. "Hier ist viel Porzellan zerbrochen", gibt Lipp zu, "jetzt versuchen wir, aufeinander zuzugehen."

"Wir kratzen am Limit"

"Der Denkmalschutz wird viel zu inkonsequent betrieben", wirft hingegen Markus Landerer vom "Netzwerk Denkmalschutz Österreich" dem BDA vor. Diesem fehle es an Geld und Personal, es sei zu "ausgehungert", um seiner Bestimmung gerecht zu werden. Landerer verweist damit auf die im August 2001 abgebrannten Sofiensäle in Wien, die noch immer einer Ruine gleichen.

"Natürlich ist unser Budget mit 13 Millionen Euro jährlich tief unten angesiedelt", gesteht Barbara Neubauer, seit 2008 BDA-Präsidentin, "und auch personell kratzen wir am Limit." Da keine Erhöhung des Budgets in Sicht sei, schlägt sie steuerliche Vergünstigungen als langfristige Lösung vor. Etwa, dass ein Schlossbesitzer Erhaltungskosten künftig abschreiben kann. Denkmalpflegerische Mehrleistungen werden derzeit mit zehn Prozent gefördert - und zwar bei Privatpersonen, Kirchen oder Klöstern.

"Unser Ziel ist, die Denkmalqualitäten in die nächste Generation weiterzugeben", stellt Neubauer klar. Neben der Unterschutzstellung von Denkmälern sei beim Ensembleschutz das Gesamtbild und bei der