Jubel für den Untätigen

Auf seiner Flucht trifft nun Leonce auf eine schöne Unbekannte, in die er sich naturgemäß verliebt, ohne zu wissen, dass es sich um die für ihn bestimmte Braut aus dem Reich Pipi handelt, die ihrerseits gegen die Zwangsheirat revoltiert. Ihre Identität erkennen die Liebenden erst nach der "in effigie" vollzogenen Hochzeitsfeier. König Peter (Othmar Schratt), der seinen Untertanen stets das Denken abgenommen und vor lauter Denken nie zum Regieren Zeit gefunden hat, darf endlich abdanken. Am Horizont kündigt sich ein utopisches Zeitalter an.

Wurde bisher das schuftende, hungernde Volk zu Jubelchören für die untätigen, aber in Saus und Braus dahinlebenden Herrschenden abkommandiert, so erlässt nun Valerio als neuer Staatsminister ein Dekret, dass künftighin jeder, "wer sich krankarbeitet, kriminalistisch strafbar" sein wird. Der Zuschauerraum liegt im Dunkel, die Frohbotschaft ertönt aus dem Lautsprecher. Die Brücke zum Heute ist geschlagen.

Theater

Leonce und Lena

Lustspiel von Georg Büchner

Lisa-Maria Cerha (Regie)

Mit Pippa Galli, Oliver Rosskopf

NÖ Landestheater St. Pölten

Tel.: 02742/90 80 60 - 600

Wh.: 27. bis 30. April