Cannes zeigt Flagge - und Stars von Woody Allen bis Bruce Willis: Am Mittwoch startet das Festival. Foto: epa
Cannes zeigt Flagge - und Stars von Woody Allen bis Bruce Willis: Am Mittwoch startet das Festival. Foto: epa

Eröffnet werden die glamourösesten Filmfestspiele dieses Planeten mit dem Drama "Blindness", dem neuesten Werk des brasilianischen Regisseurs Fernando Meirelles. Er hat mit seiner Rio-Parabel "City of God" (2002) und zuletzt mit "Der ewige Gärtner" (2005) bewiesen, dass er sich auf Unterhaltung mit Tiefgang versteht. Sein neuestes Werk beruht auf dem Roman "Die Stadt der Blinden" von Nobelpreisträger José Saramago und zeichnet ein Zukunftsszenario, in dem die Menschheit von einem Virus befallen wird, der sie erblinden lässt. Zur Premiere des Eröffnungsfilms, mit dem der Wettbewerb startet, werden Regisseur Meirelles und die Hauptdarsteller Julianne Moore, Mark Ruffalo und Gael Garciá Bernal über den Red Carpet wandern.



Hollywood-Rebell als Jurypräsident


Der Jury der 61. Filmfestspiele von Cannes wird der Schauspieler und Regisseur Sean Penn vorsitzen. Damit ist ein Querdenker Hollywoods an den Reglern der Macht, was in punkto Wettbewerb für einige Überraschungen sorgen könnte. An Penns Jurorenschulter lehnen unter anderem die US-Schauspielerin Natalie Portman, der mexikanische Regisseur Alfonso Cuarón ("Children of Men") und die deutsche Schauspielerin Alexandra Maria Lara. Sie werden mitbestimmen, wer heuer die begehrte Palme dOr mit nach Hause nehmen darf.

Neben dem Meirelles-Eröffnungsfilm "Blindness" wird Steven Soderbergh mit "Che" seine Vision vom Leben und Sterben des kubanischen Revolutionshelden Che Guevara in den Wettbewerb schicken. Che wird von Benicio Del Toro gespielt. Ebenfalls mit dabei: Deutschlands international bekanntester Schauspiel-Export Franka Potente.

Aus unserem Nachbarland kommt auch ein Beitrag im Wettbewerb. Wim Wenders stellt seinen neuen Film "Palermo Shooting" mit dem "Tote Hosen"-Frontmann Campino und Dennis Hopper beim Festival vor. Mit großem Interesse wird auch der neueste Film von Drehbuch-Wunderkind Charlie Kaufman erwartet. Er wirft in "Synecdoche, New York" einen Blick auf das Leben eines Theaterdirektors, der mit seinem Stück und seinen Frauengeschichten kämpft. Die Hauptrolle hat Oscarpreisträger Philip Seymour Hoffman übernommen. Österreicher sind heuer leider keine im Wettbewerb vertreten.



Mit Schlapphut und Peitsche


Das Einzigartige an Cannes ist, dass quasi hinter jeder Ecke, hinter jeder sich öffnenden Hotel- und Limousinentür mit einem Star gerechnet werden darf: Es ist so etwas wie der Himmel für Bilderjäger. Die dürfen sich heuer unter anderem auf Mischa Barton, Madonna, Angelina Jolie, Monica Bellucci, Sharon Stone, Woody Allen, Scarlett Johansson, Penélope Cruz, Clint Eastwood, Bruce Willis und viele andere freuen.

Die wirklich wichtigen Deals werden aber abseits der Luxushotels und Beachpartys abgeschlossen. Business passiert in Cannes auf den im Hafen wartenden Luxusyachten.

Die Tickets zur begehrtesten Party des Festivals werden dann am Sonntag, 18. Mai, gelöst. Steven Spielbergs viertes und wohl auch letztes Indy-Abenteuer "Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull" wird an diesem Abend Weltpremiere feiern. Danach steigt die "Indiana Jones"-Party in Anwesenheit von Spielberg, Produzent George Lucas und der Hauptdarsteller Harrison Ford, Shia LeBeouf und Cate Blanchett.

Ein besonderes Highlight dürften auch die allabendlichen Gratis-Strand-Screenings der berühmtesten Filme von Warner Bros. werden. Das Filmstudio feiert seinen 85. Geburtstag in Cannes und zeigt aus gegebenem Anlass Klassiker wie "Bonnie and Clyde", "Dirty Harry", "The Matrix" und die "Looney Tunes Cartoon Collection". Bleibt abschließend nur noch zu sagen: "Thats all folks!"