Kurienkardinal José Saraiva Martins zelebrierte eine Messe in San Giovanni Rotondo, wo Padre Pio 1968 im Alter von 81 Jahren gestorben war.

Der Leichnam des volkstümlichen Geistlichen war Anfang März exhumiert und danach für die Ausstellung in der Krypta der Kirche Santa Maria delle Grazie vorbereitet worden. Die Kapuziner, die den Kult um Pater Pio kommerziell nutzen, stoßen mit der geplanten Ausstellung des Leichnams auf Kritik. Die Gegner des Vorhabens werfen ihnen eine "Entweihung" Pater Pios vor.

2002 heilig gesprochen

Pater Pio, geboren als Francesco Forgione, lebte von 1887 bis 1968. Im Alter von 23 Jahren tauchten an seinen Händen, Füßen und der Brust Wunden auf, die an die Kreuzigungsmale Jesu Christi erinnerten (Stigmata). Bereits zu Lebzeiten wurde er als Heiliger verehrt. Im Jahr 2002 sprach Papst Johannes Paul II. Padre Pio heilig. Der Kapuzinerpater ist in Italien längst der Volksheilige Nummer Eins. Laut Meinungsumfragen dürfte die Hälfte aller Italiener den Mönch um Hilfe anrufen, wenn sie sich in irgendeiner Notsituation befinden und auf Unterstützung vom Himmel hoffen.

San Giovanni Rotondo auf der Halbinsel Gargano ist längst einer der größten Wallfahrtsorte der Welt. In der 27.000-Einwohner-Gemeinde gibt es 194 Hotels, 132 Bars, 110 Restaurants und Dutzende Großraum-Parkplätze. An jedem Wochenende kommen bis zu 500 Autobusse in den Ort. (APA)