Die Causa Innenministerium wird auf den Wahlausgang selbst wenig Einfluss haben, berührt könnte nur die Wahlbeteiligung werden. Schließlich hat die ÖVP eine Absolute von 53 Prozent zu verteidigen.

Landeshauptmann Erwin Pröll legt in letzter Zeit besonders viel Wert darauf, sich von der Bundespolitik zu distanzieren, sagt der Politologe Thomas Hofer im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Pröll sei vor allem bestrebt, keinen themen- oder parteizentrierten Wahlkampf, sondern einen Persönlichkeitswahlkampf zu führen: "ÖVP" ist auf den Plakaten entweder gar nicht oder nur sehr klein zu finden.

Die SPÖ hilft dem Landesfürsten. Für Hofer ist es völlig unerklärlich warum die SPÖ als zweitstärkste Kraft (33,5 Prozent) den Wohlfühlwahlkampf der ÖVP noch verstärkt und keine Themen setzt, die die rote Wählerschicht mobilisieren könnte: "Ein Laschi-Wahlkampf wie eine Tiere mit Herz-Kampagne", so Hofer.

Gefahr, wenn man es so nennen will, droht Pröll allein von der FPÖ, die zuletzt nur bei 4,5 Prozent lag. 1998 hatte die ÖVP sehr stark vom Wählerschwund der FPÖ profitiert. Um eine Rückkehr ins freiheitliche Lager zu verhindern, habe Pröll eine für ihn untypische Sprache angeschlagen ("artfremde" Minarette, Anm.) und so ein Signal an FPÖ-Wähler gesetzt. Die zweite Gefahr für ein Abrutschen Prölls unter 50 Prozent sieht Hofer in den Grünen, die bisher ihr Potenzial - vor allem im Wiener Speckgürtel - nicht ausgeschöpft haben.