• 15. November 2018

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Ein amerikanisches Armee-Radio zeigte Wiens Jugendlichen im Jahr 1946, "wo es langgeht". - © privat

100 Jahre Tagebuch

Eine US-Radiostation sendete in Wien ab 1946: "Hier spielt die Musik"2

Es war 1946, als ich 14-jährig von der Mittelschule mittags heimkam und das Radio aufdrehte. Ich suchte ein herum und plötzlich umspülten mich faszinierende Klänge. Kurz darauf eine Ansage: "At 1068 on your radio dial you are listening to the American Forces Network BDN... weiter




- © P. Rautenstrauch

100 Jahre Tagebuch

Die Luftwurzeln reichen bis nach Österreich2

1995 wurde ich Generalsekretärin des Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus. Für mich als Tochter eines 1939 geflüchteten Juden und einer nichtjüdischen Mutter war dies auch persönlich eine Herausforderung. Ich habe meinen Vater gefragt, was er sich vom Nationalfonds erwarte... weiter




Eröffnung der elektrifizierten Bahnstrecke 1959 in Gloggnitz. Bis 1955 gab es hier noch Grenzerfahrungen. - © ÖNB-Bildarchiv/picturedesk.com

100 Jahre Tagebuch

Das kleine "Wunder" mit einer wieder aufgetauchten Identitätskarte3

Im Frühjahr 1953 wohnte ich, fünf Jahre alt, mit den Eltern im steirischen Kleindorf Mixnitz. Einmal monatlich fuhren Mama und ich auf einige Tage nach Wien, wo alle Verwandten wohnten. Dank der "Regiekarten" - Vater war ÖBB-Beamter - war dies fast gratis, ich freute mich auf die Zugfahrt und auf die Großstadt... weiter




Holland 1922: Karolina Weiss mit Tochter Luzie. - © privat

100 Jahre Tagebuch

"Die Gemeinheit dieser Zeit" nach dem Ersten Weltkrieg12

Wenn ich verhindern will, dass mein Kind verhungert, so wie tausend andere - ... Ich habe Zwillinge gesehen, die meiner Nachbarin, sie sind neun Monate alt. Wenn man sie ansah, gruselte einem der ganze Jammer dieser Nachkriegszeit und ihrer Gemeinheit eiskalt über den Rücken: zwei Totenköpfe auf einem dürren Hals... weiter




- © ullstein bild

100 Jahre Tagebuch

Das große Trauma2

Was Mütter zustande bringen, ist unfassbar. Im Jahre 1944, ich glaube, es war Herbst, sollte mein Bruder Maxi mit 14,5 Jahren eingezogen werden. Ich sah ihn mit einer Uniform mit anderen Burschen paradieren. Darauf wurde meine Mutter aktiv und wir fuhren und gingen in die Obersteiermark. Ohne irgendwelche Erlaubnis. Fünf Tage brauchten wir... weiter




- © ullstein bild - Imagno

Richard Zimmerl

Wie ein Schulstart im Herbst 1945 vor sich ging3

Die Kleidung der Leute war 1945 sehr unterschiedlich. Manche hatten gute Kleider aus der Zeit vor dem Krieg. Andere hatten nichts, wenn Bomben ihre Wohnung zerstört hatten. Mein Schuldirektor, damals sagte man "Oberlehrer", saß in kurzer Lederhose in der Kanzlei. Die hatte er gerade angehabt, als eine Bombe sein Haus zerstörte... weiter




- © privat

100 Jahre Tagebuch

Als um die ganz fettreichen Nahrungsmittel noch ein richtiges "G’riss" bestand4

Seit November 1918 arbeitete ich bei der Elektrofirma Promper & Ferner in Margareten, bei der ich einst ausgelernt hatte. Das Leben war sehr hart, da man nichts ohne Marken bekam, oft genug auch trotz solcher nicht. Nicht eingelöste Marken verfielen. Meinen Markenanteil ließ ich bei Mutter, die ja für unser leibliches Wohl, so gut es eben ging... weiter




100 Jahre Tagebuch

Wiedergutmachung3

1962 begann mein Berufsleben bei einer Exportfirma, deren Inhaber ungarisch-jüdischer Abstammung war. Eines Tages fragte mich mein Chef - Herr Sch. -, ob ich ihm bei einer privaten Sache helfen könne. Es sei in Deutschland ein Gesetz zur Wiedergutmachung verloren gegangenen jüdischen Eigentums herausgekommen... weiter




Der 71er (hier beim Zentralfriedhof 1948) blieb nach dem Krieg wegen Stromausfall oft stecken. - © Wiener Linien, Archivbild

100 Jahre Tagebuch

Der böse Scherz eines russischen Besatzungssoldaten5

In den Jahren 1945/46 kam es oft zu andauernden Stromstörungen. So auch an einem sonnigen Nachmittag im Frühjahr 1946. Ich saß im 71er und fuhr nach Schwechat, wo ich in die Preßburgerbahn umsteigen wollte, um nach Fischamend zu kommen. Die Fahrt mit war mein täglicher Schulweg. In Simmering blieb die Straßenbahn plötzlich stehen... weiter




- © privat

100 Jahre Tagebuch

Ein unmoderner Bücher-Rucksack "zum Genieren"2

Ich war Lehrmädchen in der renommierten jüdischen Buchhandlung "Alois Reichmann" auf der Wiedner Hauptstraße. Die Chefleute waren sehr nett und nahmen mich wie ein Familienmitglied auf. Für den Buchhändlerball wurde mir sogar ein rotes Brokatkleid angepasst. Wir hatten berühmte Kundschaft, wie den Walther Reyer, den Franz Kreuzer und andere... weiter




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