• 23. September 2018

  • RSS abonnieren
  • Wiener Zeitung auf Facebook
  • Auf Twitter verfolgen
  • Wiener Zeitung auf Google+
  • Apple App Store
  • Google Play Store

Sie sind hier:



Schlagwortsuche

Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.

Sprachschätze

Auch ohne Bomben und Granaten2

  • Kennt man den Ursprung, weiß man eher, worauf man sich einlässt - auch beim Wortschatz.

Viel Krieg: Bei der Polemik hat man es mit dem griechischen Wort pólemos für Krieg, Schlacht zu tun. Der Slogan, "der Kampfschrei", besteht aus den gälischen Wörtern sluagh für Heer und gairm für schreien, rufen. Und rebellieren, vom lateinischen Wort bellum für Krieg, heißt, "den Krieg erneuern" (gegen den, der ihn gewonnen hat)... weiter




Robert Sedlaczek ist Autor zahlreicher Bücher über die Sprache. Zuletzt ist "Österreichisch für Anfänger" im Verlag Amalthea erschienen, ein heiteres Lexikon, illustriert von Martin Czapka.

Glossen

Hammer und Sichel - ein altes Missverständnis20

  • Letzte Woche sind wir an einer neuerlichen Diskussion über die Gestaltung des österreichischen Wappens knapp vorbeigeschrammt.

Der vom Team Stronach zur ÖVP übergelaufene Nationalratsabgeordnete Marcus Franz sorgte wieder für Schlagzeilen. Auf Twitter postete er eine provokante Frage: "Warum trägt der Bundesadler noch immer Hammer und Sichel, Symbole des Kommunismus?" Statt des Wappens im Plenarsaal des Nationalrats wünschte sich der Politiker ein Kreuz... weiter




Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.

Sprachschätze

Was am Ende herauskommt1

  • Ob innen oder außen, drinnen oder draußen - klingt alles klar und eindeutig. Alles? Ein Blick auf die Etymologie kann nicht schaden.

Innen, vom gotischen Wort innana, fängt alles an. Binnen, "be-innen". Innerhalb, "innerseitig" (auf der inneren Seite) - vom althochdeutschen Wort halba für Seite. Esoterisch, "innerlicher", vom griechischen Wort esoteros, dem Komparativ von éso für innerhalb, drinnen. Intim, "innerst" (Superlativ zu intra, innen)... weiter




Robert Sedlaczek ist Autor zahlreicher Bücher über die Sprache. Zuletzt ist "Österreichisch für Anfänger" im Verlag Amalthea erschienen, ein heiteres Lexikon, illustriert von Martin Czapka.

Glosse

Furcht und Angst nach den Terroranschlägen von Paris3

  • Die Wörter "Furcht" und "Angst" bestimmen zurzeit die aktuelle Diskussion - woher kommen sie und wie werden sie verwendet?

Für den Duden ist die Sache klar: "In der Fachsprache der Psychologie und Philosophie wird im Allgemeinen zwischen Angst als unbegründet, nicht objektbezogen und Furcht als objektbezogen differenziert. In der Allgemeinsprache werden dagegen beide Bezeichnungen meist synonym verwendet, wobei Furcht als stilistisch gehobener empfunden wird... weiter




Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.

Sprachschätze

Wo der Nebel besonders dicht ist6

  • Seltsam aber wahr - oft versteckt sich das Wetter: ein Beitrag zur etymologischen Meteorologie.

Es wird sehr viel mehr übers Wetter geredet, als bewusst ist: Duft zum Beispiel heißt Reif, Nebel, Dunst, eng verwandt mit dem Betäuben, "dem Umnebeln", dem Doofen, "das taub ist" (umnebelt), dem Toben, "verwirrt (umnebelt) sein", und dem Verduften, "den Geruch verlieren" (auch, indem man weggeht)... weiter




Robert Sedlaczek ist Autor zahlreicher Bücher über die Sprache. Zuletzt ist "Österreichisch für Anfänger" im Verlag Amalthea erschienen, ein heiteres Lexikon, illustriert von Martin Czapka.

Glosse

Festung Europa10

  • In manchen Aussagen der Politiker findet sich eine unterschwellige Bedeutung, so auch in einem aktuellen Statement der Innenministerin.

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) hat bei einem Besuch in Spielfeld die bessere Absicherung der EU-Außengrenzen gefordert. Wörtlich sagte sie: "Wir müssen an einer Festung Europa bauen." Dazu brauche es "Hotspots" zur Registrierung an den Außengrenzen und eine Verteilung der Flüchtlinge... weiter




Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.

Sprachschätze

Klein, aber gewichtig3

  • Viel Kleines, viel Zerkleinertes versteckt sich in unserem Wortschatz, auch wo man es nicht vermuten würde.

Was klein ist, sieht man nicht immer auf den ersten Blick, es erweist sich aber oft als bedeutsam. So wirkt in Schmach und Schmählichem, eng verwandt mit dem Schmächtigen, das althochdeutsche Wort smahi für klein, gering, niedrig. Und das Schicke führt zum frühromanischen Ausdruck chic für klein... weiter




Robert Sedlaczek ist Autor zahlreicher Bücher über die Sprache. Zuletzt ist "Österreichisch für Anfänger" im Verlag Amalthea erschienen, ein heiteres Lexikon, illustriert von Martin Czapka.

Sedlaczek am Mittwoch

Du hättest nicht geboren werden sollen ...17

  • Manche Sprachwitze enthalten ganz schwierige grammatikalische Fragestellungen. Aber genau das macht sie attraktiv.

Wenn ein Österreicher einen Sprachwitz erzählt, zahlen meistens die Deutschen drauf. Kennen Sie den? Kommt ein deutscher Tourist nach Tirol und fragt einen Einheimischen, indem er auf einen Berg deutet: "Jibts hier Jemsen?" Der Tiroler schaut ungläubig: "Wos sogst?" - "Obs hier Jemsen jibt?" - "I vasteh di ned... weiter




Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.

Sprachschätze

Stänkerer, Schnorrer, Querulanten4

  • Menschenkenntnis ist notwendig, wendet Not ab: Ein erster Schritt kann sein, auch das Vokabular einmal unter die Lupe zu nehmen.

Nicht alle Mitmenschen sind höflich, "hoflich" (wie bei Hof), und nett, "netto" (lateinisch nitidus, glänzend, blank). Es gibt auch Rohlinge, vom germanischen Wort hrawa für roh (ursprünglich wie Fleisch). Es gibt Rüde, vom lateinischen Wort rudis für roh. Und Flegel, ursprünglich Dreschflegel, vom lateinischen Wort flagellum für Peitsche, Geißel... weiter




Robert Sedlaczek ist Autor zahlreicher Bücher über die Sprache. Zuletzt ist "Österreichisch für Anfänger" im Verlag Amalthea erschienen, ein heiteres Lexikon, illustriert von Martin Czapka.

Sedlaczek am Mittwoch

Ezzes darf nicht das letzte Stichwort sein!6

  • Das "Wörterbuch der bairischen Mundarten in Österreich" ist von der Einstellung bedroht. Es wäre ein schwerer Verlust.

Am vergangenen Freitag ist in der Akademie der Wissenschaften gefeiert worden. Die Universitätsprofessoren Peter Wiesinger und Ingo Reiffenstein konnten mit Recht darauf stolz sein, dass der fünfte Band des "Wörterbuchs der bairischen Mundarten in Österreich" fertiggestellt ist... weiter




zurück zu Schlagwortsuche


Werbung