• 17. Februar 2019

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Schlagwortsuche

Wir unterbrechen unseren Selbstmord für eine gesellige Punschrunde: das Ensemble von "Totes Gebirge". - © Astrid Knie

Theaterkritik

Gipfel der Versteinerung

  • Kurzweilig-nachdenklich: Uraufführung von Thomas Arzts "Totes Gebirge" in der Josefstadt.

"Ist heute Fasching? - "Nein, heute ist Weltuntergang." - "Schon wieder?" Das ist einer der wunderbar trockenen Dialoge in Thomas Arzts "Totes Gebirge". Der Satz benennt schon die zwei Pole, zwischen denen das Stück, das am Donnerstag im Theater in der Josefstadt uraufgeführt wurde, pendelt. Ausgelassener Irrsinn versus totale Aufgabe... weiter




Sex als Rache ist die Mission von Madame Vatelin (Pauline Knof) und Madame Pontagnac (Silvia Meisterle). - © Erich Reismann

Theater

Im zugeknöpften Swingerclub2

  • Feydeaus "Der Gockel" im Theater in der Josefstadt: lustvolles Spiel, eindimensionale Regie.

"Auf jede schöne Frau kommt ein Mann, der es leid ist, sie zu nageln." Dieses Zitat von Hollywood-Enfant-Terrible Charlie Sheen in der Serie "Two and a half men" lässt vermuten, dass auch er seinen Georges Feydeau gelesen hat. In einer Szene des Stücks "Der Gockel", die das manische Partnerwechsel-Karussell drastisch auf den Punkt bringt... weiter




Bauarbeiten

Abriss von "Glaspalast" verzögert sich weiter2

  • Arbeiten sollen noch heuer beginnen.

Wien. Der Abriss von Harry Glücks "Glaspalast" nahe des Rathauses verzögert sich weiter: Eigentlich sollte der - bereits einmal verschobene - Abbruch im Sommer stattfinden, derzeit laufen aber noch Vorbereitungsarbeiten. Der Grund für die Verschiebung seien fehlgeschlagene Verhandlungen mit einem potenziellen Mieter... weiter




- © Christoph Liebentritt

Grätzel

Josefine ist nicht gleich Josefine15

  • In einer Stadt, in der der unhöfliche Kellner Kult ist, haben zwei ihre Freundlichkeit zum Geschäftsmodell gemacht.

Wien. Vormittags im Café Josefine in der Laudongasse: Zwei ältere Damen und ein Herr sitzen in Trachtenkleidung zwischen dem hippen jugendlichen Mobiliar und fragen Alice, die Seele des Hauses, nach "dem Bürstengeschäft", ganz so, als handle es sich dabei um eine Institution, die jeder Josefstädter kennen muss... weiter




"Den Kopf zum Fenster raushängen, das hat mir nie gelegen": Helmuth Lohner war ein zurückgezogener Mensch. Das Bild zeigt ihn als Johnson in "Halpern & Johnson", Kammerspiele, 2008. - © apa/epa/H. Fohringer

Nachruf

"Zweifel ist meine Lebenseinstellung"10

  • Kammerschauspieler, Regisseur, Theaterleiter: Helmuth Lohner ist im Alter von 82 Jahren gestorben.

"Ich suche halt meinen anderen Weg, in der Überdeutlichkeit, in der genauen Suche", äußerte sich Helmuth Lohner in einem seiner seltenen Interviews. Der Theatermacher sprach nicht gern öffentlich über sich und sein Metier. Auf der Bühne zählte er zu den wandlungsfähigsten Darstellern seiner Generation; außerhalb des Theaters galt er als bescheiden... weiter




Ein strahlender Bühnenschwan: Eva Mayer als LV. - © Sepp Galauer

Theaterkritik

Letztes Lied für den Elektriker6

  • Jim Cartwrights "Aufstieg und Fall von Little Voice" in den Wiener Kammerspielen.

Die Kammerspiele haben sich ein goldenes Ei gelegt. Dem englischen Stückeschreiber Jim Cartwright bleibt in Wien, 23 Jahre nach der Londoner Uraufführung, die Gunst des Publikums treu. Seine Wunderkindromanze "Aufstieg und Fall von Little Voice" bietet nach den Spielregeln der Kulturindustrie Showbiz in virtuos gepresster Dichte... weiter




"Im Eck" sind die Protagonisten (hier Peter Kremer und Maria Köstlinger) des Projekts "Kafka". - © Reismann

Kritik

Szenische Litanei

  • "Kafka" als Slapstick-Collage von Elmar Goerden in der Josefstadt.

Mit sich selbst zusammenstoßen, niederfallen, aufstehen und wieder in die falsche Richtung eilen: In der 90-Minuten-Slapstick-Comedy "Kafka" spielen fünf Simultanfiguren Szenen einer Ehe, zu der es nie kam. Franz Kafka in Prag, Felice Bauer in Berlin. Eine Liebe am Postweg 1912 bis 1917 mit nur wenigen Tagen Zusammensein... weiter




Raffinierte Selbstdarstellerin: Andrea Jonasson, virtuos mit Bernhards Sprachkaskaden. - © apa/Neubauer

Theater-Kritik

Die Horror-Mutter und das Theater4

  • Ein perfekter Bernhard-Abend in der Josefstadt: "Am Ziel" mit Andrea Jonasson.

In keinem seiner Theatertexte hat Thomas Bernhard so viel von sich selbst preisgegeben wie in "Am Ziel". Nicht von ungefähr spielt das Stück in Holland, wo ja Bernhard selbst 1931 geboren wurde. Nicht von ungefähr tritt ein Schriftsteller auf, der die Realität kritisch und neugierig beobachtet und seine Beobachtungen literarisch verarbeitet... weiter




Von Provinzpolitikern bis Oligarchen hat Erich Emberger Scharen an Interessierte durch sein Museum geführt und ihnen ein unverdächtiges Stück Geschichte präsentiert. - © Luiza Puiu

Hutmuseum

Auf der Hut5

  • Im Piaristenkeller gibt sich das Hut-Museum der Monarchie-Nostalgie hin.

Wien. Auf freiem Feld ward ein roter Teppich ausgelegt, den Kaiser Leopold I., beim Volk unter dem Beinamen "der Schiache" bekannt, entlangschritt; die Gäste des Zeremoniells nahmen auf Sesseln Platz, die extra aus der Hofburg herbeigebracht wurden. Der Schiache legte 1698 den Grundstein zu einem Kloster, das dem Orden der Piaristen gehören sollte... weiter




Beliebte Treffpunkte des bürgerlichen, etwas in die Jahre gekommenen Bezirks, sind das Theater in der Josefstadt (l.) und das Café Hummel (r.). - © Luiza Puiu

Josefstadt

Der Schein zählt33

  • Während die hippen Jung-Josefstädter auf ihre schlanken, auf Hochglanz polierten Puch-Rennräder setzen, ist der Achte jener Bezirk mit der höchsten SUV-Dichte von Wien.

Wien. "Das Besondere am Achten? Hier ändert sich nichts", sagt die ältere Dame und hängt ihren Pelz an einen Kleiderständer in einer Ecke des Café Hummel. Die Einrichtung erinnert an die Siebziger Jahre und die verrauchte Luft auch. Mit Nostalgie hat das dennoch nicht viel zu tun... weiter




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