• 19. November 2018

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Überlebender des Holocaust und Zeitzeuge Rudolf Gelbard im November 2016. - © APAweb/APA, GEORG HOCHMUTH

Jüdisch leben

Kein Opfer, sondern Kämpfer17

  • Rudi Gelbard (1930-2018), Holocaustüberlebender und lebenslanger Kämpfer gegen Faschismus und Rechtsextremismus, ist nicht mehr. Er starb nach langer, schwerer Krankheit in der Nacht auf Mittwoch in Wien.

Die Trauer in der Wiener jüdischen Gemeinde ist groß. Viele wussten, dass er schwer erkrankt war. Viele vermissten ihn bei Veranstaltungen, zu denen er, wäre es ihm gut gegangen, selbstverständlich gekommen wäre. Und dennoch ist es dann niederschmetternd, wenn die Nachricht eintrifft, er ist nicht mehr. Nun ist es so weit... weiter




Die Historikerin Shoshana Duizend-Jensen spürt in einer Ausstellung im Wiener Stadt- und Landesarchiv der Geschichte von Gebäuden nach, in denen einst Synagogen oder jüdische Einrichtungen untergebracht waren. - © Alexia Weiss

Jüdisch leben

Supermarkt in der Synagoge14

  • Die Ausstellung "Geplündert, verbrannt, geräumt, demoliert" im Wiener Stadt- und Landesarchiv zeigt, welche Gebäude heute stehen, wo einst Synagogen sowie jüdische Einrichtungen ihren Platz in Wien hatten. Eine bedrückende Rückschau, die auch den Umgang mit dem, was bis 1938 war, nach 1945 beleuchtet.

Wenn EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker heute mittags den Stadttempel in der Seitenstettengasse besucht, dann ist er in der einzigen Synagoge Wiens zu Gast, welche die NS-Zeit überdauert hat und nach 1945 wieder als solche genutzt wurde und wird... weiter




Tourismus

Touristen sind Superhelden16

  • Ja, sie sind laut, verstopfen die Innenstadt und belästigen die Bevölkerung (fragen nach dem Weg). Aber sie retten täglich Dutzende Pferdln.

Endlich kriegen sie also ihr Denkmal. War aber auch Zeit. Wieso hat man so lange damit gewartet, sie zu ehren, die wichtigste Personengruppe in dieser Stadt? Gut, jetzt wird es ja aufgestellt, das Monument. In bester Lage. Mitten auf dem Stephansplatz... weiter




Severin Groebner ist Kabarettist und Autor, Gründungsmitglied der "Letzten Wiener Lesebühne" und sein aktuelles Programm heißt "Der Abendgang des Unterlands". Spieltermine und weitere Informationen finden Sie unter: www.severin-groebner.de Alle Beiträge dieser Rubrik unter: www.wienerzeitung.at/ glossenhauer

Glossenhauer

Der Vergleich macht dich sicher14

  • Wir haben in diesem Land vielleicht die größten Experten der Vergleichswissenschaften weltweit. Im Amt und in der Straßenbahn.

Einer der großartigsten Aspekte des Kapitalismus ist es ja, alles mit allem vergleichbar zu machen. Und zwar durch Geld. Wenn etwas viel Geld kostet, ist es grundsätzlich mehr wert als etwas, das wenig kostet. Wie sehr das stimmt, lässt sich täglich an den Börsen dieser Welt beobachten. Oder am Kursverlauf des Bitcoin. Oder der türkischen Lira... weiter




Alexia Weiss - © Paul Divjak

Jüdisch leben

Al-Quds-Tag-Zeit12

  • Der jährliche Aktionstag gegen das Existenzrecht Israels mündet in vielen Städten, auch in Wien, immer am letzten Samstag im Ramadan in eine antisemitische Demonstration. Über ein befremdliches Schauspiel.

Kleine Buben in Uniform waren bei der Al-Quds-Tag-Kundgebung im Vorjahr in Wien zu sehen. "Zionismus ist Faschismus" wurde skandiert. Al-Quds bedeutet auf Arabisch Jerusalem. Der jährliche Aktionstag am letzten Samstag des Ramadan wurde vom Iran ausgerufen – Ziel ist die Befreiung Jerusalems von den Juden... weiter




- © privat

Übrigens

Vielleicht ist eh alles nur halb so wild5

Kaum will ich einmal was Gescheites zum Abendessen haben, nämlich die guten Pommes Frites vom Schnellimbiss in der U-Bahn-Passage, schon beginnt die Welt zu wackeln, weil dem Krobath mag das Schicksal zwar jede Menge Hirngespinste gönnen, aber dass er in aller Ruhe knusprige Kartoffel kauen kann, bis dass endlich die U4 einfährt... weiter




Beschmierungen am Denkmal am Schwedenplatz für sieben Wiener jüdische Kinder, die in Auschwitz ermordet wurden. - © Alexia Weiss

Jüdisch leben

Gedankenlos oder antisemitisch?15

  • Beschmierungen im öffentlichen Raum: Manchmal ist die Intention sofort klar. Anderes kann so oder so ausgelegt werden. Ärgerlich ist es in jedem Fall.

Wie oft der kleine Georgy Halpern wohl in seinem kurzen Leben dort vorüber gegangen ist, wo seit vergangenem Frühjahr am Schwedenplatz das Denkmal steht, das an ihn und weitere sechs Wiener jüdische Kinder erinnert, die in der NS-Zeit vom Kinderheim im französischen Izieu nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurden... weiter




Andreas Wirthensohn, geboren 1967, freier Lektor, Übersetzer und Literaturkritiker, lebt in München.

Glossen

Klingelingeling10

Eigentlich ist Wien ja eine schöne Stadt. Sie atmet den Geist imperialer Vergangenheit, steckt voller skurriler oder absonderlicher Sehenswürdigkeiten (meine persönlichen Favoriten sind - noch - der Steinhof sowie der "Friedhof der Namenlosen"), und beisl- und kaffeehaustechnisch ist es (trotz einiger Starbucks-Schandflecken) noch immer... weiter




Fühlt sich auch in der Stadt vielfach ländlich - und changiert dabei in der Selbsteinschätzung zwischen Abenteurer und Dorfdepp: Gerald Schmickl - © privat

Glossen

Das Dorf in der Stadt10

In dem lesenswerten Buch "Ich bleib in der Stadt und verreise" des Autors und Musikers Oskar Aichinger, das mäandernde Spaziergänge durch Wien sehr subjektiv und anschaulich beschreibt (siehe dazu auch Text in der "Wiener Zeitung"), findet sich eine Stelle, die auf urbane Höhenunterschiede verweist: "Man darf sich nicht täuschen... weiter




Hans-Paul Nosko, geboren 1957, lebt als Journalist und Glossist in Wien.

Glossen

Sonderbares Biotop4

Gleich neben der Redaktion der "Wiener Zeitung" liegt ein sonderbares Biotop. Ein Gebiet, das mich beim ersten Mal, als ich es betrat, an einen dieser Träume erinnerte, in dem völlig gegensätzliche Realitäten sich ineinander verschieben und ein scheinbar logisches und harmonisches Gesamtbild ergeben... weiter




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