• 23. Februar 2019

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Opernkritik

Vom Soll- und Mistzustand8

  • "Die Überflüssigen", uraufgeführt im Nestroyhof.

(irr) "Mist, wo bin ich hier?", flucht der Wirtschaftskapitän. Die Antwort steckt in der Frage: Der Slimfit-Checker ist auf eine Müllkippe gestürzt, und das hat einen bitteren Grund. Seine Kurswerte sind in den Keller gerasselt, genau wie die seiner Schicksalsgenossen... weiter




Es ist fraglich, ob das schlichte Freund-Feind-Schema der "Weiden" tatsächlich etwas Positives zum politischen Klima beitragen kann. - © Michael Poehn

Uraufführung

"Die Weiden" erleiden Schiffbruch an der Staatsoper80

  • Die neue Oper gegen Rechtspopulismus scheitert an ihrer eigenen Plumpheit.

Wien. Der Vorhang fällt, der Schlusston schwindet, und es kriecht aus der Stille -  ein matter Applaus. Gewiss, er legt ein wenig zu, wenn die Hauptdarsteller an die Rampe treten, und wenn die beiden Opernschöpfer ihr Gesicht zeigen, schieben sich zwei, drei Buhs und Bravos über den dünnen Applausfilm... weiter




Bedrohliche, heterogene Töne: Olga Neuwirth. - © Lukas Beck

Konzertkritik

Erbarmungslose Gemütlichkeit2

  • Der Stummfilm "Die Stadt ohne Juden", mit neuer Musik von Olga Neuwirth.

Im Land herrscht Krisenstimmung: Die Armut greift um sich, die Mittelschicht fühlt sich vom Abstieg bedroht. Wie praktisch, dass man die Schuld dafür einer Minderheit in die Schuhe schieben kann, die der populistische Bundeskanzler auf Druck radikaler Kräfte prompt des Landes verweist... weiter




Die Leidenschaften lodern vor allem in der Musik: Olivia Vermeulen (Saiko) und Andrè Schuen (Josuke). - © Bregenzer Festspiele/Anja Köhler

Opernkritik

Aus einem Schneckenhaus4

  • Große Momente: Uraufführung von Thomas Larchers Oper "Das Jagdgewehr" bei den Bregenzer Festspielen.

Es gibt Geschichten, die lassen sich fast so einfach auf eine Bühne stellen wie ein Fertigteilhaus auf eine grüne Wiese. Thomas Larcher, der 54-jährige Tonsetzer aus Tirol, hat es sich für sein Operndebüt aber nicht leicht gemacht - und den Briefroman "Das Jagdgewehr" gewählt... weiter




Oper

Aus der Zeit gefallen

  • Klaus Lang-Uraufführung als Prolog in Bayreuth.

Eine Uraufführung in Bayreuth - das gab es seit "Parsifal" nicht mehr. Zum (maßvollen) Erneuerungsehrgeiz von Katharina Wagner gehört auch, die Aufforderung ihres Ahnen, "Macht Neues!" wörtlich zu nehmen. Leider nicht im Markgräflichen Opernhaus - gegen den notwendigen Probenbetrieb im barocken Baukunstwerk haben die Betreiber ihr Veto eingelegt... weiter




Festival

Bregenz: Mit dem "Jagdgewehr" zur "Carmen"-Reprise

Bregenz. (irr) Es war einer ihrer ersten Schritte am neuen Dienstort: Noch bevor Elisabeth Sobotka 2015 offiziell als Bregenzer Festspiel-Chefin begann, stellte sie die Weichen für eine Uraufführung am Bodensee. Das Herzensprojekt erblickt nun in diesem Sommer das Licht der Bühne... weiter




Widrige Umstände: Krzysztof Penderecki wird keine "Phädra" schreiben. - © apa/Marek Beblot

Staatsoper

Penderecki sagt ab

  • Die Staatsoper muss "Phaedra"-Uraufführung streichen.

Wien. (eb) Ein bitterer Schlag für Staatsoperndirektor Dominique Meyer: Er muss die Uraufführung der Oper "Phädra" absagen. Der polnische Starkomponist Krzysztof Penderecki (84) hat wegen "widriger Umstände" um Entbindung von der Vereinbarung für das Auftragswerk gebeten... weiter




Ein Prosit der Gemütlichkeit: zoologisches Zusammensein bei Wien Modern. - © Armin Bardel

Wien Modern

Feiern wie die Bürohengste4

  • Firmenparty am Gipfelpunkt der Peinlichkeit: die hanebüchene Oper "Die Antilope" bei Wien Modern.

Keine Frage: Firmenfeiern sind eine heikle Sache. Beginnt der Abend meist mit einer verspannten Chefrede, schlägt er unter Beimischung des Teufelchens Alkohol rasch ins Gemütvolle um und endet nicht selten in Fällen von Zwischenmenschlichkeit, die am Folgetag für Bürotratsch bürgen... weiter




Eine mit Folklore gespickte Revue. - © Wonge Bergmann

Performance-Kritik

Identität aus der Museumslade7

  • Jan Fabre zeigt die Uraufführung von "Belgian Rules/Belgium Rules" beim Impulstanz-Festival.

Wer sich vor dem Gang zum Impulstanz im Leopold Museum auf die Konzepte und Relikte aus 40 Jahren dargestellter Kunst einlässt, weiß sich von Jan Fabre live enttäuscht. Die knapp vier Stunden lange, pausenlose Nummernrevue "Belgian Rules/Belgium Rules" zwingt den Zuschauer in eine mit Folklore gespickte, nationale Nabelschau... weiter




Nein, das ist kein Hitler-Gruß: Vulkanier bei ihrer rituellen Grals-Enthüllung. - © Jan BauerVideo

Opernkritik

Sternstunde des Stümpertums54

  • Sinnfrei, planlos und spannungsarm: Die Festwochen erreichten mit Jonathan Meeses "Parsifal" einen weiteren Tiefpunkt.

Würde jener Herr Klingsor, den man am Sonntag kennengelernt hat, sein Leben niederschreiben, das letzte Kapitel klänge womöglich so. "Liebes Tagesbuch! Wie ich gehört habe, will mir wieder jemand den heiligen Speer stehlen. Der Mann heißt Zed und hat 1974 den Helden in dem Science-Fiction-Film ‚Zardoz‘ gespielt... weiter




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