• 10. Dezember 2018

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Don Carlos in der Kammeroper. - © Herwig Prammer

Opernkritik

Karger "Don Carlos" in der Kammeroper3

  • Nur die Sänger glänzen in dieser Schrumpf-Fassung.

Die Eigenheiten der Wiener Kammeroper machen sich schon im Foyer bemerkbar. Die Mantelabgeber dürfen sich hier nicht in einer Linie aufreihen. Die knappen Raumressourcen zwingen die Schlange zu einem 180-Grad-Knick. Wer dies nicht beherzigt, wird vom Garderobier in Kenntnis gesetzt... weiter




Statt aufgewühlter Leidenschaft eine Bürogeschichte: Anja Harteros und Jonas Kaufmann. - © W. Hoesl

Opernkritik

Die graue Maus von Venedig

  • Die Inszenierung von "Otello" liefert mehr Behauptung und Fragezeichen als schlüssige Lösungen.

Für München ist dieser "Otello" eine Premiere der Premium-Klasse. Jonas Kaufmann als Titelheld, Anja Harteros als Desdemona und Gerald Finley als Jago - das weckt Erwartungen! Dazu der Noch-GMD Kirill Petrenko, der, nicht erst seit sein Wechsel nach Berlin klar ist, ein Liebling der Münchner ist. Der Russe bestätigt diesen Ruf jedes Mal von Neuem... weiter




Bedrängt: Gernot Heinrich als Seemann Gale. - © Armin Bardel

Opernkritik

Irrfahrer, ahoi!1

  • Überladen mit guten Absichten: die Jungfernfahrt der Oper "Das Totenschiff".

Seit Volksliedern wie "Wir lagen vor Madagaskar" weiß man: Das Matrosenleben ist kein Zuckerschlecken. Wie es in der Zwischenkriegszeit aussah, hat sich der Pseudonymautor B. Traven 1926 in seinem Roman "Das Totenschiff" ausgemalt. Der Seemann Gale kommt da vom Regen in die Traufe: Erst tuckert ihm das Schiff - mit seinen Papieren im Spind - davon... weiter




Temperamentvolle Rächerin: Ga lle Arquez als Medea. - © Theater an der Wien/Herwig Prammer

Opernkritik

Im Inselreich der Affekte17

  • Händels "Teseo" im Theater an der Wien bietet feine und dichte Musizierfreuden im noblen Ambiente.

Als Emotion pur würden wir die Essenz von Georg Friedrich Händels Arien heute wohl bezeichnen. Und doch sind sie viel mehr als das. Die wütend schnaubenden Abgründe der Rache, die schleichenden Furien der alles vergiftenden Eifersucht, die zehrenden Schmerzen und die süßen Hoffnungen der Sehnsucht oder auch das unschuldig triumphierende Glück der... weiter




Opernkritik

Mit Don Giovanni auf der Überholspur4

Das Herz pocht, der Blick ist fokussiert, der Körper angespannt. Die Welt draußen rast vorbei, das Innenleben ist in Aufruhr. Wieder ist es passiert: Die Musik Mozarts ist unaufhaltsam durch alle Poren gedrungen. Gleich mit dem ersten Akkord des "Don Giovanni" hat sie zugeschlagen, das Staatsopernpublikum umfangen und weggetragen - ohne Vorwarnung... weiter




Blüht dramatisch auf: Lianna Haroutounian. - © Pöhn/Staatsoper

Opernkritik

Neues aus dem Riesen-Holzschnitt1

  • "Madama Butterfly" stirbt an der Staatsoper zum 383. Mal in der gleichen Regie.

Wäre diese Inszenierung eine Person, sie dürfte bald in Pension gehen: Die Bühnenbilder von Tsugouharu Foujita leisten seit mittlerweile 61 Jahren rüstige Dienste an Puccinis "Madama Butterfly" an der Staatsoper. Foujita, der japanisch-französische Maler, ist 1968 verblichen, ebenso der einstige Regie-Partner Josef Gielen... weiter




Ruzan Mantashyan (Fiordiligi), Anna Goryachova (Dorabella, r.). - © Monika Rittershaus

Opernkritik

Eine Unterwerfung6

  • Kirill Serebrennikov hat - trotz Hausarrests in Russland - in Zürich einen Opernabend inszeniert.

Mit "Free Kirill" auf den T-Shirts der Protagonisten war der russische Theater-, Film- und Opernregisseur Kirill Serebrennikov symbolisch beim einhelligen Schlussapplaus am Sonntag im Opernhaus Zürich dabei. Wegen Veruntreuungsvorwürfen darf er seine Moskauer Wohnung seit August 2017 nur mit Fußfessel verlassen... weiter




Aida Garifullina bezauberte als Adina. - © Staatsoper / Ashley Taylor

Opernkritik

Liebesglut und Regiestaub9

  • Schöner Staatsopern-Belcanto mit Donizettis "Liebestrank".

Es war wie immer im Leben - und eben oftmals in der Oper. Was man nicht hat, das will man. Und zwar um jeden Preis. So agierte auch wieder erfolgreich Aida Garifullina in Donizettis Melodramma giocoso "L’elisir d’amore" als schöne Adina, die ihren lang verschmähten Verehrer Nemorino nicht mit dem Rest des Dorfes teilen wollte... weiter




Exzellent: Martin Winkler als Erbschleicher. - © Pálffy/Volksoper

Opernkritik

Der Papa wird’s schon richten2

  • Kurzweilig: die Einakter "Der Mantel" und "Gianni Schicchi" an der Volksoper.

(irr) Ein schlechter Abend für Blumenwerfer: Der erste Strauß, zur Halbzeit in Richtung Sopran geschleudert, schlägt im Orchester auf; der zweite Bund, eine Stunde später abgeschossen, droht den Tenor in der Leibesmitte zu treffen. Doch der Mann besitzt Geistesgegenwart... weiter




"Lohengrin" als Parodie auf den Heimatkitsch: Andreas Schager in der Titelrolle. - © Pöhn/Staatsoper

Opernkritik

Du lieber Schwan. . .!18

  • Andreas Schager als Lohengrin in der Wiener Staatsoper.

Ein Plastikschwan kündigt Lohengrin an, der schließlich in Form von Andreas Schager erscheint. Doch schnell wird klar: Man hat ihn weiß Gott schon besser gehört. Sein Timbre ist zwar das wohligste von allen und sein Volumen beeindruckt, doch seine Töne müssen ihren Sitz oft erst suchen... weiter




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