• 22. April 2018

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Geschützt im Arm des Kroko-Esel-Bären: Maresi Riegner als Waisenkind Puck im Theater an der Wien. - © Werner Kmetitsch

Opernkritik

Ein Sommernachtstrauma16

  • Erfolg für Benjamin Brittens "A Midsummer Night’s Dream" im Theater an der Wien.

Allein der Esel würde sich einen Preis verdienen. Ein naturalistisches Abbild ist das nicht, eher eine seltsame Mischung aus dem Kuscheltier-Fantasiefach: Riesig und flauschig anzusehen wie ein Zottelbär, hat dieses Wesen die freundlichen Knopfaugen eines Teddys und das Langmaul eines Krokodils unter seinen Eselsohren... weiter




Liebeshungrig: Marilyn (Rebecca Nelsen). - © Barbara Pálffy/Volksoper

Opernkritik

Männertraum als Schmerzensfrau1

  • Sanftes Jazz-Kammerspiel: "Marilyn Forever" im Kasino.

War Marilyn Monroe ihrer Lebensrolle als Sexsymbol müde? Oder ging ihr Tod, verursacht durch eine Überdosis Barbiturate, auf das Konto schleißiger Ärzte oder der Mafia? Die Kammeroper "Marilyn Forever" führt in die letzte Nacht der 36-Jährigen zurück, betreibt dort aber keine kriminellen... weiter




Stephen Gould glänzt als Siegfried. - © Michael Pöhn

Opernkritik

Ruhevolles Heldentum4

  • Spannungsreiche Darbietung von Richard Wagners "Siegfried" an der Staatsoper.

Nicht nur Szenen der Kraft und Inbrunst, sondern auch zahlreiche Momente der Ruhe bietet die Oper "Siegfried". Damit umzugehen ist Aufgabe des Orchesters, nämlich immer dann, wenn die Sänger sich zurückziehen und nur die Instrumentalmusiker bleiben, um die Stimmung weiterzutragen... weiter




Lise Lindstrom überzeugt als Turandot. - © Staatsoper/Michael Pöhn

Opernkritik

Wenn das Eis bricht

  • Lise Lindstrom und Roberto Alagna in "Turandot" in der Wiener Staatsoper.

Im Prinzip ist es die Heilungsgeschichte einer frigiden Frau, die in Giacomo Puccinis "Turandot" erzählt wird. Da ist die Eiskönigin Turandot, die sich allen Männern verweigert, weil einer Ahnin einst sexuelle Gewalt angetan wurde. Der feurige Eisbrecher Calaf allerdings scheut sich nicht davor, sich den drei Fragen... weiter




Wetzt das Messer: Jongmin Park als Hunding. - © Staatsoper/Pöhn

Opernkritik

Im Wagner-Kraftwerk15

  • Ein Ereignis: "Die Walküre" an der Staatsoper.

Wer meint, "Der Ring des Nibelungen" brauche singende Kraftlackel auf der Bühne, hat nur zum Teil recht. Zwar stimmt es: Das Riesenorchester Richard Wagners verlangt nach Stimmen von fast panzerbrechender Wucht. Doch sollten die sich auf noch etwas verstehen: eine feine psychologische Klinge... weiter




Unverkennbar: Konieczny als Göttervater. - © Wiener Staatsoper/Pöhn

Opernkritik

Goldrichtig begonnen9

  • "Der Ring des Nibelungen" an der Wiener Staatsoper.

Glücklich, wer nur solche Probleme hat: Am Mittwochabend sind ausreichend Menschen gekommen, um die volle Kapazität der Staatsoper auszureizen - aber ausnahmsweise waren nicht genug Programmhefte zur Hand. "Sie wissen schon, wie viel Leute da reingehen?", pflaumt ein glückloser Interessent den Billeteur an... weiter




Im OP der Blumenmädchen: Christopher Ventris. - © Staatsoper/Pöhn

Opernkritik

Ein Kunstfehler9

  • Der Staatsopern-"Parsifal" bleibt ein Ärgernis: Semyon Bychkov zerdehnt die Musik, Alvis Hermanis setzt das Werk in den Sand des Wirrsinns.

Unter den Comic-Helden gibt es eine Figur namens "Roter Blitz": Der Mann mit den Wunderfüßen bewältigt eine Marathonstrecke, während ein Normalsterblicher gerade ein paar Meter schafft. Dank dieses Tempos ist der "Blitz" praktisch unsichtbar; er agiert quasi in seiner eigenen Zeit-Dimension... weiter




Ein Hieb zu wenig für den Bühnenmord: Tosca (Harteros) metzelt Scarpia (Tézier) nieder. - © apa/Gindl

Opernkritik

Bestechende Tosca2

  • Salzburg: Christian Thielemann begeistert mit ungewohnten Tönen - und Anja Harteros als Heldin.

Am Ende stimmt sie, die Opferzahl. Der Erzverbrecher Scarpia, der gefolterte Maler Cavaradossi, seine Geliebte, die Operndiva Floria Tosca: Alle liegen sie in ihrem Blut. Der Weg zum Herzstillstand verläuft diesmal aber anders, als ihn Giacomo Puccini und sein Librettist Luigi Illica vorgezeichnet haben... weiter




- © Staatsoper/Rathkolb/Bankl

Opernkritik

Im Spiegel der Geschichte15

  • In der Wiener Staatsoper inszenierte Josef Ernst Köpplinger "Dantons Tod" von Gottfried von Einem.

Allein, dem Wahnsinn nahe ob all dem Blutvergießen, singt Lucile, eingehüllt in einen Mantel herb verfremdeter Streicherbegleitung, tränenerstickt das Lied vom Schnitter Tod. Dann liefert sie sich mit dem Ruf "es lebe der König" den Revolutionären aus. Doch niemand ergreift sie... weiter




Eine schrecklich stille Familie: "A Quiet Place". - © Armin Bardel

Opernkritik

Späte Hilfe für ein Problemkind6

  • Die Kammeroper zeigt eine kurzweilige Fassung von Leonard Bernsteins "A Quiet Place".

Und das Meisterwerk von Leonard Bernstein heißt..? Natürlich "West Side Story". Bernstein selbst hat das im höheren Alter jedoch anders empfunden. Er wollte sein Künstlerleben nicht von einem Broadway-Hit gekrönt sehen, sondern einem würdevollen Musiktheater, das es noch zu schreiben galt... weiter




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