• 14. November 2018

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Michael Laurenz begeisterte als Josef K. - © Salzburger Festspiele

Opernkritik

Der wortgewandte Schweigestaat3

  • Gottfried von Einems "Prozess" konzertant bei den Salzburger Festspielen.

Was für Neue Musik, was für neue Opern wären herausgekommen, hätte Gottfried von Einem, ab 1948 Direktionsmitglied der Salzburger Festspiele, tatsächlich Brecht ins Boot holen dürfen? Die prägnanten Szenen in Einems Oper "Der Prozess", die Partitur, aus der es immer wieder unverhohlen jazzelt - unwillkürlich drängt sich der Vergleich mit dem... weiter




An Königin Dido entzünden sich die Konflikte: Viktorija Mi kunait in der Titelrolle. - © Rupert Larl

Opernkritik

Der verliebte Karnevalsnarr2

  • Saverio Mercadantes "Didone abbandonata" bei den Festwochen der Alten Musik.

Fast 70 Mal wurde das Opernlibretto "Didone abbandonata" von Pietro Metastasio nach Episoden aus Vergils Aeneis und Ovids Fasti vertont. Die Uraufführung fand 1823 in Turin statt. Der 1795 geborene Giuseppe Saverio Mercadante war einer der Letzten in dieser Reihe. Mit der Wahl dieser Opera seria zur Eröffnung der 42... weiter




Romanze unter Monstern: Sonya Yoncheva als Poppea (r.), Kate Lindsey als Nerone. - © apa/Barbara Gindl

Opernkritik

Poppea mit neuem Dreh9

  • Jan Lauwers hat in Salzburg erstmals Oper inszeniert: ein interessant unbefriedigender Abend.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, mit dem Störfaktor umzugehen. Man kann versuchen, sich ihm bewusst zu stellen, sich so lange auf diese quälende Gestalt auf der Bühne zu konzentrieren, bis ihre unangenehme Wirkung hoffentlich nachlässt. Man kann es aber auch mit dem Gegenteil probieren. Eine Besucherin hat dafür eine praktische Methode gefunden... weiter




Na? Ildar Abdrazakov pirscht sich als Möchtegern-Pascha an Cecilia Bartoli als Badenixe an. - © Salzburger Festspiele/Ruth Walz

Opernkritik

Flache Bildschirme, volle Bäuche4

  • Ein Publikumsliebling kehrt zurück: "L’italiana in Algeri" mit Cecilia Bartoli in Salzburg.

Natürlich hätte man das auch zu einer Satire über einen gewissen Politiker zuspitzen können. Ein Mann, der seine Frau durch eine junge Ausländerin ersetzen will, der dekretiert, "das einzige Gesetz ist meine Laune", und der nur nach einem noch mehr giert als nach Frauen, nämlich Ruhm - ein solcher Mann ist, jedenfalls im Lichte der globalen Presse... weiter




Arcadien als Single-Börse: Kobie van Rensburg inszeniert eine Oper Händels für die Gegenwart.

Opernkritik

Händel im virtuellen Raum

  • Regisseur Kobie van Rensburg und Dirigentin Michi Gaigg zeigen "Atalanta" auf Schloss Greinburg.

Zur Hochzeit des englischen Thronfolgers Friedrich Ludwig von Hannover mit Augusta von Sachsen-Gotha-Altenburg komponierte Georg Friedrich Händel ein Werk, dessen Handlung dem Paar huldigte: "Atalanta". Es lässt sich ein thematischer Bogen spannen zum Schloss Greinburg im Strudengau... weiter




Eine "Walküre" ohne Rest-"Ring": John Ludgren als Wotan beim Feuerzauber von Baku. - © Enrico Nawrath

Opernkritik

Der Lebenswerkbonus gilt hier nicht4

  • Ein spätes Debut: Plácido Domingo wechselte die Seiten und dirigiert in Bayreuth die "Walküre".

Am bislang heißesten Tag des Jahres komplettierte die Wiederaufnahme der "Walküre" aus dem abgespielten Castorf-"Ring" den Spielplan des laufenden Festspieljahrgangs auf dem Grünen Hügel. Deshalb gab es stückbedingt zu den extremen Temperaturen im unklimatisierten Haus auch noch ein loderndes Feuerchen... weiter




Opernkritik

Die Frist ist um . . .1

  • In Bayreuth geht "Der fliegende Holländer" von Jan Philip Gloger in sein letztes Jahr.

In diesem Jahr hätte sich das Publikum gewünscht, dass die Ventilatoren nicht nur als Metapher der modernen industriellen Fertigung die Spinnräder von Frau Mary und ihren Frauen abgelöst, sondern wirklich etwas Wind gemacht hätten. Eine Premierenwoche nährt sich dem Finale... weiter




Heuer reifer: Katharina Wagners Regie von "Tristan und Isolde", mit Stephen Gould und Petra Lang. - © Nawrath/Bayreuther Festspiele

Opernkritik

Liebesdunkel und Meisterpracht4

  • Wiederaufnahmen in Bayreuth: eine gereifte Sicht auf "Tristan und Isolde" und "Meistersinger" als quicklebendige Komödie.

Für Barrie Kosky war die Wiederaufnahme seiner "Meistersinger" aus dem Vorjahr ein Triumph. Katharina Wagner dürfte sich dagegen im dritten Jahr an die vernehmlichen Gegenstimmen zu ihrem "Tristan" gewöhnt haben. Dabei kommt ihr ein Effekt zugute, der sich in Bayreuth öfter beobachten lässt: Die Inszenierung hat bei der Wiederaufnahme den... weiter




"Parsifal" wird in Bayreuth nicht nur inszeniert, sondern auch gesungen: Elena Pankratova und Andreas Schager. - © Enrico Nawrath

Opernkritik

Viel Licht4

  • Der Nah-Ost-"Parsifal" von Regisseur Uwe Erik Laufenberg geht in sein drittes Jahr in Bayreuth.

Der "Parsifal" ist das dem Festspielhaus angemessenste Werk - der Grüne Hügel ist also sozusagen ganz bei sich, wenn es erklingt. In der positiven Hitliste der für das Haus geeigneten Werke steht es unbestritten auf dem ersten Platz. Bei der Premiere von Uwe Eric Laufenbergs Expedition in den Nahen Osten 2016 hatte sich Andris Nelsons die Chance... weiter




Lohengrin und das Umspannwerk: Neo Rauch entwirft blaue Albtraumwelten. - © Enrico Nawrath

Opernkritik

Wer hat Angst vorm grünen Mann4

  • Bayreuther Festspiel-Eröffnung mit "Lohengrin" in der Bilderwelt von Neo Rauch.

Bayreuth Ende Juli auf dem Grünen Hügel. Das übliche Tamtam. Über Dreißig Grad draußen. Und schnell auch drinnen. Auf dem Programm: ein neuer "Lohengrin", die letzte der zehn für Bayreuth gedachten Opern, die Christian Thielemann hier noch nicht dirigiert hat... weiter




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