• 18. Januar 2019

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Schlagwortsuche

Stringente Regie: Tito (Andrew Owens) nimmt Sesto (Gaia Petrone) an die Kandare. - © apa/Techt

Opernkritik

Kaiserliches Dramolett

  • "La clemenza di Tito" in einer intimen Fassung an der Wiener Kammeroper.

Prag 1791: Zur Krönung von Leopold II. gießt Mozart das beliebte Metastasio-Libretto von der Milde des römischen Kaisers Titus Flavius Vespasianus in populäre Noten. Wer konnte ahnen, dass diese "Clemenza di Tito" sein letztes Bühnenwerk werden und die Regentschaft des Kurzzeitherrschers weit überdauern sollte... weiter




Mein lieber Schwan: Klaus Florian Vogt als lodengrüner Lohengrin auf der Staatsopernbühne. - © apa/Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Lohengrin

Blut und Loden8

  • Wagners "Lohengrin" als Dorfdrama an der Staatsoper: Musikalisch achtbar, szenisch gewöhnungsbedürftig.

"Er ist Holzfäller und ihm geht’s gut / am Tag packt ihn die Arbeitswut." Nein, diese Zeilen stammen natürlich nicht von Richard Wagners. Sie sind erstmals im Jahr 1969 erklungen, und zwar im britischen Fernsehen. Der Komikertrupp Monty Python sang damals, in zünftige Kostüme gepackt, seinen markig-skurrilen "Lumberjack-Song"... weiter




Hanna-Elisabeth Müller als überwältigend differenzierte Zdenka. - © Forster

Salzburger Osterfestspiele

Der Seele den Grund entzogen

  • Florentine Klepper inszenierte Richard Strauss’ Oper "Arabella" bei den Osterfestspielen in Salzburg.

Man sage dem Werk nach, es sei "interpretationsresistent" - so die Regisseurin Florentine Klepper im Programmheft-Interview über Richard Strauss’ "Arabella". Programmierte Kapitulation vor einer haarsträubend konstruierten Geschichte? So arg ist’s gar nicht. Die Story muss man im Kopf erst mal aushalten: heruntergekommener Adel... weiter




Mari Eriksmoen und Katija Dragojevic als Schwestern. - © Prammer

Theater an der Wien

Die schroffe Sprache der Klänge

  • Vor allem ein Orchesterdrama: "Così fan tutte" als letzter Teil der Da-Ponte-Trilogie unter Nikolaus Harnoncourt am Theater an der Wien.

Kaum zu glauben, aber es war tatsächlich das erste Mal, dass Nikolaus Harnoncourt Mozarts Da-Ponte-Opern mit dem Concentus Musicus interpretierte. Dabei hatte er den Zyklus schon in den 80ern in einer wegweisenden Deutung mit Jean-Pierre Ponnelle an der Zürcher Oper neu gelesen... weiter




Attacke: Michael Bedjai schwingt Nothung in Linz. - © Karl Forster

Opernkritik

Rund ist dieser "Ring" noch nicht6

  • Uwe Eric Laufenberg und Dennis Russell Davies stemmen Wagners "Walküre" am Linzer Landestheater.

Auch für diejenigen, die die Linzer "Walküre" nicht zu besuchen gedenken, empfiehlt sich ein Blick aufs Internetangebot des Landestheaters. Denn dort gibt es wertvolle Tipps, wie besagte Oper gut zu überstehen ist. Geraten wird zu eher leichtem Essen bereits am Vorabend, das Frühstück am Premierentag sollte idealiter aus weichem Ei, Gurken... weiter




Opernkritik

Der empfindsame Untergeher

"Ich meint’, es müsst’ später sein!", singt Wozzeck im zweiten Akt, und so mancher Besucher stimmte zuletzt wohl zu: Die Staatsoper begann Alban Bergs Meisterwerk bereits um 16 Uhr, und zwei pausenlose Stunden später stand man schon wieder vor der Tür... weiter




Amore: Maija Kovalevska schnäbelt mit Yosep Kangs. - © STOP/Pöhn

Opernkritik

Fröhliches Tuberkeltreiben

Dass Schwindsucht noch immer so viel Vergnügen bereiten kann. Puccinis Partitur zur "Bohème" verbreitet wirklich immer Freude. Dann noch in den ewig schönen Staatsopern-Bildern Franco Zeffirellis zu bewundern - aktuell ging der Fixstern am Repertoirehimmel im Haus am Ring zum frischen 406. Mal über die Bühne... weiter




Sublim: Ruben Drole, Andrè Schuen. - © Theater an der Wien/Herwig Prammer

Opernkritik

Das Traumspiel vom Verführer4

Es wäre eine Untertreibung, Nikolaus Harnoncourt einen Musiker zu nennen. Der Österreicher, 1929 geboren und noch immer ein rückhaltloser Energetiker am Dirigierpult, ist vor allem eine Instanz. Wobei, und darin liegt der Witz: Er ist zugleich jener Reibebaum geblieben, der er seit den Pioniertagen des Originalklangs war... weiter




Vorzeigebub: Sebastian Kohlhepp als Albert. - © apa/Pfarrhofer

Opernkritik

Reichlich Spaß und ein Quäntchen Tragik2

Loxford, England, irgendwann im 20. Jahrhundert: alles Schlampen außer Mutti. Und weil sich auch im englischen Kleinstädtchen keine Jungfrau zwecks Inkoronation zur moralisch einwandfreien Maienkönigin finden lässt, kürt das Kirchenkomitee - wen? Natürlich muss das eventuell beschränkte, jedenfalls jungfräuliche Muttersöhnchen Albert herhalten... weiter




Brutaler Eroberer: Ben Connor als Amazonier. - © Armin Bardel

Opernkritik

Kolonialismuskritik oder: Ein bunder Abtend

Warum ist nicht der Inka-Herrscher Atahualpa nach Europa gekommen und hat König Karl I. gefangen genommen? Wieso lief es umgekehrt? Der US-Autor Jared Diamond hat dieser und ähnlichen Fragen ein lesenswertes Buch gewidmet ("Arm und Reich", Fischer Taschenbuch Verlag); der Komponist Mauricio Kagel wiederum hat auf der Bühne eine provokante verkehrte... weiter




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