• 12. Dezember 2018

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Egoisten verlieren sich in ihrer Einsamkeit: Bernhard Schir und Alma Hasun. - © Astrid Knie

Theaterkritik

Egoisten bleiben sie allemal10

  • "Der einsame Weg" von Arthur Schnitzler im Theater in der Josefstadt.

Atembremsend langsam hebt sich der Eiserne Vorhang. Ruck um Ruck erscheint mehr von der Wand aus vier gleich hohen Flügeltüren. Ihr feines Relief scheint zu zittern, als wäre es knisternd unter Strom gesetzt. Raimund Orfeo Voigts Bühnenmaschinerie bietet ein Schauspiel, in welchem Arthur Schnitzlers Fin-de-siècle-Figuren scharfe Konturen brauchen... weiter




Entliebt euch: Andrea Jonasson als Claire Zachanassian und Michael König. - © Herwig Prammer

Theaterkritik

Diabolischer Deal6

  • "Der Besuch der alten Dame" mit Andrea Jonasson im Theater an der Josefstadt.

Dürrenmatts Klassiker "Der Besuch der alten Dame" erfährt auf Wiens Bühnen gerade Hochkonjunktur: Im Burgtheater lehrt Maria Happel den Dorfbewohner aus Güllen das Fürchten; in der Josefstadt verbreitet Andrea Jonasson Angst und Schrecken. Die Renaissance kommt nicht von ungefähr; Dürrenmatts Drama aus dem Jahr 1956 ist eine meisterhafte... weiter




Schikane im Stechschritt: Rafael von Bargen als tretender Nazi-Steward, links Roman Schmelzer, rechts Sandra Cervik und Ulrich Reinthaller. - © Sepp Gallauer

Theaterkritik

Kritische Kurssetzung27

  • Politisches Kommentartheater: Daniel Kehlmanns "Die Reise der Verlorenen" in der Josefstadt.

"Und Sie, begnadet mit später Geburt, denken vielleicht gerade: ,Wer weiß, wie ich gehandelt hätte?‘ Aber ich verrate Ihnen was: Falls Sie wirklich nicht wissen, wie Sie gehandelt hätten, dann wissen Sie es schon. Dann hätten Sie gehandelt wie ich." Das sagt Otto Schiendeck (Raphael von Bargen), Ortsgruppenleiter und Nazispion auf der "SS St... weiter




Herbert Föttinger (mitte), Michael Buchbinder, (l.) und Otto Schenk (r.) anl. einer Feier zum 88. Geburtstag von Otto Schenk. Am Mittwoch wurde bekannt, dass Herbert bleibt bis 2026 Direktor des Theaters in der Josefstadt bleibt. - © APAweb / Hans Punz

Theater in der Josefstadt

Föttinger bleibt Direktor und plant dritte Bühne

  • Neue Spielstätte "Josefstadt-Box" soll für Experimente offenstehen.

Wien. Das Theater in der Josefstadt startet am morgigen Donnerstag mit der Uraufführung von Daniel Kehlmanns Dramatisierung "Die Reise der Verlorenen" in die neue Spielzeit. Am heutigen Mittwoch stand im Rahmen einer Pressekonferenz jedoch auch die fernere Zukunft im Fokus: Der bis 2021 laufende Vertrag von Herbert Föttinger wurde bis 2026... weiter




Theater in der Josefstadt

Fremdheit bewegt1

  • Österreich-Schwerpunkt sowie sieben Ur- und Erstaufführungen in der Josefstadt.

Wien. (pat) "Mit einem österreichisch-literarischen Spielplan begeht die Josefstadt das Gedenkjahr 2018. Zehn von 14 Premieren stammen aus heimischen Federn", sagt Josefstadt-Intendant Herbert Föttinger bei der Video-Präsentation des Spielplans 2018/19... weiter




Maria Köstlinger als eine der Emmas in vorderer Reihe. - © Astrid Knie

Theaterkritik

Fünfmal Emma und zurück25

  • Das Theater in der Josefstadt zeigt "Madame Bovary" nach dem Roman von Gustave Flaubert.

Will man sich auf Gustave Flauberts "Madame Bovary" einlassen, muss man zum 450-Seiten-Buch greifen. Das Theater in der Josefstadt entlässt seine Zuseher nach drei Stunden Hörensagen bloß mit Ahnungen vom Inhalt des Epochenromans, der auf einer Provinzzeitungsmeldung fußt: Eine durch Affären und geplatzte Wechsel kompromittierte Landarztgattin hat... weiter




Stehend: Claudius von Stolzmann als Goebbels, mit Bart: Florian Teichtmeister. - © Moritz Schell

Felix Mitterer

Schelmenstück5

  • Ein Schauspieler spielt dem NS-Regime einen Streich: Felix Mitterers "In der Löwengrube".

Wien, 1936. Ein Tiroler Bergbauer stellt sich im Theater in der Josefstadt vor. Er nennt sich Kaspar Brandhofer und möchte Schauspieler werden. "Des is eine Vorsehung. Des liegt ma im Bluat. I muaß a Theaterspieler wern", heißt es an dieser Stelle im Bühnenstück "In der Löwengrube"... weiter




Will Schauspieler werden: Tamim Fattal (r.) neben Erwin Steinhauer und Ulli Maier. - © Herbert NeubauerInterview

Theater

"Dem Krieg entkommen"9

  • Von Aleppo auf die Bühne der Josefstadt: der syrische Schauspieler Tamim Fattal.

In "Fremdenzimmer" wird ein junger syrischer Flüchtling unverhofft von einem Paar aufgenommen. Seine Ankunft wirkt wie ein Katalysator, bricht den Alltag von Herta und Gustl auf. Der frühpensionierte Briefträger und die Mindestpensionistin geben in Peter Turrinis jüngstem Stück ungeniert ausländerfeindliche Äußerungen und diffuse Ängste zum Besten... weiter




Schäferstündchen interruptus: Moricet (Martin Niedermair) und Leontine (Pauline Knof) haben kein Glück beim Seitenspringen. - © E. Reismann

Theaterkritik

Späßchen mit Häschen4

  • Georges Feydeau als Screwball-Komödie: "Wie man Hasen jagt" in der Josefstadt.

"Boschua", sagt er, der gehörnte Ehemann. Auch sonst ist sein "Französisch" nicht gerade lupenrein. Den Überblick hat er schon gar nicht, der tapsige Monsieur Cassagne (Holger Schober), aber wer hat den schon in einem Georges-Feydeau-Stück. Ein solches hatte am Donnerstag im Theater in der Josefstadt Premiere: "Wie man Hasen jagt"... weiter




Piraten-Dandys: R. Brauer-Kvam, R. Schmelzer. - © M. Schell

Theaterkritik

Exzentrische Einsiedler4

  • Felix Mitterers "Galápagos" im Theater in der Josefstadt: eine wahre Pionier-Geschichte als philosophisch umwölkter Krimi.

Eine einsame Insel, die sich als Paradies mit Falltüren entpuppt. Wenige Menschen mit üppiger Charaktervielfalt, die zu bösen Beziehungsturbulenzen führt. Und am Ende mindestens drei Todesfälle, für die es keine ganz gesicherte Erklärung gibt. Das ist das vielversprechende Grundgerüst von Felix Mitterers neuem Stück "Galápagos"... weiter




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