Würde der Geist eines Jazzmusikers in einen verschrotteten Game Boy fahren, es müsste sich ungefähr so anhören. Da fiepst und piepst es, dass es eine Freud’ ist. "Tardigrade Rebellion" heißt dieses windschiefe Kabinettstückchen und schließt die neue Scheibe von Kompost 3 ab.

Das Album (es soll 2019 als erster Teil einer Doppelplatte erneut erscheinen) fällt ansonsten vor allem durch eines auf: Die Wiener Jazz-Band, die sich im Vorjahr mit Sängerin Mira Lu Kovacs einen Ausflug in den Mainstream genehmigt hat, setzt wieder auf ihre abstrakteren Qualitäten und dabei stark auf elektronische Beigaben: Melodien sind oft nur in Spurenelementen vorhanden, die sieben Stücke prunken dafür mit einer detailreichen Elektro-Ausstattung, die fluoreszierende Panoramen entstehen lässt und mitunter herbe Geräuschkulissen.