Ob Kunst reduziert daherkommen oder besser klotzen als kleckern soll, wird von Scarabeusdream eindeutig beantwortet. Hier geht es auch abseits von knappen Zehnminütern wie "But Me" um maximale Intensität, in der Phasen der Selbstbeschränkung nur die Ruhe vor dem Sturm darstellen - und dabei auch den bipolaren Grundzug von "Crescendo" erklären. Alles ist immer sehr emo und viel zu viel - auch wenn das Duo im Kern auf Klavier und Schlagzeug vertraut. Dazu setzt es an Weltschmerz erkrankten Falsettgesang und Screamo-Einlagen der Marke Stimmbandriss.

Dass die Wurzeln der Band im (Post-)Hardcore liegen, ist nicht zu verleugnen. Für "Geee!", den Popsong ihres dramatischen dritten Werks, scheinen heute aber auch Matt Bellamy und Muse als Vorbild erlaubt zu sein. Wer noch Zweifel hatte, wird überzeugt: Ja! Auch Männer können hysterisch sein.