Die Linzer Band Sister Jones hat sich von einer (Konzert)-Reise zu den Lofoten nicht nur zu neuen Songtiteln wie "Whalebone" inspirieren, sondern sich ganz generell künstlerisch revitalisieren lassen. Ihr gegen Monatsende erscheinendes neues und mittlerweile drittes Album ist ihr bisher bestes. Nach etwa dem Debüt "Paul Is Dead" von 2013 gibt es mit Songs wie "Lenny Pain" oder dem Titelstück auch auf "Breathe" wieder eine Reihe an inhaltlichen Beatles-Referenzen, während es musikalisch darum geht, den gut und gerne riffbasierten Rocksong mit einer Extraportion Soulfulness kollidieren zu lassen.

Gemeinsam mit zicke-zackenden Bläsern (samt zumindest einer Free-Jazz-Einlage), zum Kopfnicken ladenden Grooves und einem unüberhörbar sehr guten Gespür für Arrangements (inklusive Harfe und Streichquartett) mangelt es auch nicht an Ohrwurm- und Hitmomenten. Höheren Irrsinn findet die Band mit dem Sprechstück "The Jesus Song" im Bible Belt, ehe "Between The Trees" am Ende auch Naked-Lunch-Fans begeistern sollte.