Götterdrama: Tomasz Konieczny als Wotan, Sophie Koch als Fricka. - © Staatsoper/Michael Pöhn
Götterdrama: Tomasz Konieczny als Wotan, Sophie Koch als Fricka. - © Staatsoper/Michael Pöhn

Dieser Tage zeigt die Wiener Staatsoper wieder Richard Wagners "Ring des Nibelungen", die gewaltige Tetralogie vom Werden und Vergehen der Welt. Herrlich ist die stets fühlbare Spannung im Auditorium, wenn "Das Rheingold" beginnt und sich der mächtige Es-Dur-Klangraum aufbaut. Der Literat Peter Altenberg - an dessen 100. Todestag der Vorabend des "Ring" nun erklang - beschrieb es als fast ängstlich-sehnsüchtiges Warten auf den ersten Ton, bei dem man andächtiger denn je sei.

Diesmal gluckerte und gluckste es anfänglich gehörig, bevor der mächtige Strom sich schimmernd formierte. In weiterer Folge floss das musikalische Geschehen so gut wie untadelig dahin, geleitet von Axel Kober. Er ist Generalmusikdirektor der Deutschen Oper am Rhein, zudem regelmäßiger Gast in Bayreuth.

Bis auf eine Ausnahme ist die Sängerbesetzung nicht neu. Jochen Schmeckenbecher (Alberich) und Norbert Ernst (Loge) bestachen wie gewohnt durch ihre souveräne, wunderbar wortdeutliche Deklamation. Ebenso Herwig Pecoraro als Mime. Klangschön sang Jongmin Park den Riesen Fasolt, bevor ihn Bruder Fafner (Sorin Coliban) erschlug. Routiniert agierte Tomasz Konieczny mit der ihm eigenen Vokalfärbung als Wotan. An seiner Seite gab Sophie Koch ihr respektables Debüt als eher zurückhaltende Fricka. In guter Form präsentierten sich Donner (Clemens Unterreiner), Froh (Jörg Schneider) und Freia (Anna Gabler). Die Tragödie in Sven-Eric Bechtolfs dezenter, vor allem von Lichtstimmungen getragener Inszenierung hat solide, aber auch durchaus spannend begonnen.