Der Abend stand mit einer Kombination aus Ravel und Debussy ganz im Zeichen des Impressionismus. Nur der barocke Rameau tanzte aus der Reihe, gesellte sich aber mit der Suite aus "Les Indes galantes" freundlich einleitend dazu, frisch und schwungvoll.

Daniil Trifonov sitzt dann in Ravels G-Dur-Klavierkonzert am Flügel. Der sympathisch-schrullige Klavierjungstar hebt auf seine unaufgeregte Art, die Nase stets an den Tasten klebend, die Schönheit dieses Werks mit all seinen unterschiedlichen Stilrichtungen und Einflüssen hervor: Sonatenhauptsatzform trifft Jazzelemente. Fein auch, wie der Klavierklang beinahe unmerklich in den Orchesterklang übergleitet und von diesem weitergesponnen wird.

Dem London Symphony Orchestra unter Sir Simon Rattle gelingt es, die Neuartigkeit des Stücks mit all ihren Spannungselementen spürbar zu machen, da wird nichts nivelliert, nichts geglättet.

Bei Debussys "Images pour orchestre" ist dieselbe Schärfe zu Beginn ebenfalls noch bemerkbar, schwindet dann aber zugunsten eines Schönklangs, der ein wenig um Aufmerksamkeit ringen muss, vereinzelte Abschweiftendenzen stellen sich ein. "Ibéria" etwa hat man schon würziger gehört.

In Ravels abschließender "Valse" allerdings holt Rattle dann noch einmal alles Teuflische aus dem Orchester heraus und gestaltet einen apokalyptischen Walzer mit düsterer Grundstimmung durch schwere Bässe und mit spannungsgeladenen Zerrbildern, dass es einen nur so gruselt. Genau so soll es sein!

Konzert

London Symphony Orchestra

Sir Simon Rattle (Dirigent)

Daniil Trifonov (Pianist)

Musikverein