W olfstunde nannte Ingmar Bergmann einst die Zeit zwischen zwei und fünf Uhr morgens. "Ochrasy" nennen sie Mando Diao. Um diese Zeit sind bloß Individuen wach, die sich außerhalb der Gesellschaft bewegen. Und Rockmusiker. So besingen Mando Diao auf ihrem dritten Album auch Terroristen ("Killer Kaczynski"), Obdachlose ("Good Morning, Herr Horst") und drogensüchtige Mädchen ("Josephine"). Klar, dass selbst Rock'n'Roll-Großmäuler behutsam mit solchen Themen umgehen müssen. So macht sich die selbsternannte "größte Band der Welt" hier ungewohnt klein. Nach dem juvenil rumpelnden Rock'n'Roll-Manifest ihres Debüts und der glatter produzierten Hit-Fabrik des zweiten Albums beweisen die Schweden Mut zur Weiterentwicklung. Mit "Ode To Ochrasy" haben sie ihr abwechslungsreichstes und bestes Album bisher abgeliefert.

Feiner Schweden-Rock.

Mando Diao: Ode To Ochrasy (Majesty / EMI)