Das Geschwisterpaar Ozzy und Aude lebt mit anderen exzentrischen Gestalten in einer ehemaligen Keksfabrik. Hier hat Ozzy genug Platz für seine großflächigen Graffitis, hier haben er und seine Schwester ihren Zufluchtsort gefunden. Aude ist die Anführerin der Clique, aber für ihren Bruder tut sie alles. Als Ozzy sich verliebt und auch noch die Fabrik gesprengt werden soll, löst sich ihre mühsam konstruierte Wirklichkeit vollends auf, und sie greift zu drastischen Maßnahmen. Der Frankokanadier Denis Thériault schafft in seinem Roman "Mich gibt es nicht" eine verhängnisvolle Gruppendynamik und eine beklemmende, gruselige Atmosphäre.

Denis Thériault: Mich gibt es nicht. Roman. Aus dem Französischen von Saskia Bontjes van Beek. dtv, München 2012, 236 Seiten, 15,40 Euro.