Bob Mould präsentiert sich auf seinem neuen Album, "Beauty & Ruin", in guter Form. Nicht weniger als dreieinhalb Jahrzehnte ist der US-Amerikaner nun schon musikalisch aktiv und beeindruckt als einer jener authentischen Charaktere, die in einem auf Äußerlichkeiten und Profitmaximierung fixierten Business durch ihre schiere Präsenz für Irritation und damit für Unverwechselbarkeit und ein wenig Hoffnung sorgen. Mit seiner Band Hüsker Dü - ihr verdankt Mould die fast heldenhafte Verehrung unter Hardcore- und Punkrock-Fans -, seinem Projekt Sugar und auch als Solo-Künstler sorgte Mould immer wieder für reinigende musikalische Gewitter. Seine Musik war Triebabfuhr und Therapie zugleich.

Wut, Selbstzweifel und depressive Phasen machten dem heute 53-Jährigen viele Jahre zu schaffen. Seine Songs bargen für ihn selbst dabei mindestens so viel Trost wie für die Hörerschaft - seine Autobiographie "See A Little Light: The Trail Of Rage And Melody" gibt darüber authentisch und zeitweise sehr berührend Auskunft. Das öffentliche Bekenntnis zu seiner Homosexualität und seine Freundschaft mit dem früheren Nirvana-Drummer und jetzigen Foo Fighter Dave Grohl sorgten dafür, dass Mould zu alter Form zurückfand und wieder loslegte.

Schon sein 2012 erschienenes Album "Silver Age" überzeugte mit einer clever ausgeklügelten Mischung aus Alternative Rock, Power-Pop und Hardcore der alten Schule. Auch auf dem aktuellen Album sorgen Jon Wurster am Schlagzeug und Jason Narducy am Bass für den rhythmusbetonten Grundton, während Mould ungestüm und rastlos wie früher bei Hüsker Dü an der Gitarre Dynamik und Druck erzeugt.

So gelingt ein treibender Sound, der die teils rauen, aber stets melodiösen Songs mit der jeweils passenden Grundausstattung versieht. Songs mit Pop-Appeal ("Forgiveness") finden sich neben druckvollen Krach-Hadern wie "Tomorrow Morning", während der Schlusssong "Fix It" davon berichtet, wie man nach einer nicht immer leichten Lebensreise mit sich im Reinen ankommt.