Michael Northrop, Experte für Romane über gescheiterte weiße jugendliche Existenzen in den USA, hat ein neues Opus vorgelegt. Und diesmal ist das Ende gar nicht einmal so tragisch wie zuletzt in Schieflage (Pst! Spoileralarm!). Lesenswert ist der 270-Seiten-Roman trotzdem, auch wenn man sich anfangs fragt: Wie will er den füllen? Es geht doch nur um einen Rottweiler aus dem Tierheim, der einen Kumpel seines jugendlichen Besitzers gebissen hat, was - typisch USA - eine Batzen-Klage seitens der in relativer Armut lebender Eltern des Gebissenen nach sich zieht. Im schlimmsten Fall soll der Hund eingeschläfert werden.
Aber wieder einmal überrascht Northrop seine Leser, indem er ganz ohne scheinbare Anstrengung daraus eine richtig lange Story rund um das schon im zarten Alter verkorkste und vorbestrafte Leben eines Teenagers entspinnt, die gerade in ihrer Schlichtheit beeindruckt. Es geht um Freundschaft, um Vertrauen, um den Wert des Lebens. Und all das eingebettet in eine Highschool-Szenerie irgendwo im Hinterland, wo es ohnehin nur ein Ziel gibt: irgendwann woanders hinkommen. Wie immer erwischt Northrop den Nerv nicht nur jugendlicher Leser.

Michael Northrop: Räudiges Pack
Loewe; 9,20 Euro