Ein cooler Ennui zieht sich durch Martin Courtneys Album "Many Moons" und evoziert mit seiner Mischung aus verträumter Melodieverliebtheit und Wohlklang so unspektakulär wie gekonnt Musik gewordene Glückseligkeit. Das von seiner Band Real Estate gewohnte stimmige Zusammenspiel von wertkonservativer Gitarrenarbeit, schönem Harmoniegesang und lässigen Beats findet sich auch auf Courtneys Solo-Debüt wieder. Eine intime, aber stets in Richtung Pop zielende Produktion überzieht die Songs mit einem zarten psychedelischen Schleier.

"Northern Highway", "Little Blue" oder auch das Titelstück bestehen ganz locker die Aufnahmeprüfung in den Kanon zeitlos-schöner Songs und lassen einen an Bands wie Teenage Fanclub, Big Star, Del Amitri oder The Go-Betweens denken. Solide Kompositionen, wohltemperierte Gitarren und eine einschmeichelnd-sonore Stimme - mehr braucht es auch 2015 nicht, um für eine gute halbe Stunde alle Sorgen zu vergessen.