Das altehrwürdige Genre der Mörderballade erfreut sich nach wie vor einiger Beliebtheit - nicht nur bei Bänkelsängern. Nick Cave hat ein ganzes Album veröffentlicht, Neil Young mit Crazy Horse eine wunderbare Ewigkeitsversion von "Tom Dooley" eingespielt, und dass nicht nur Traditionals von Mord und Totschlag handeln, sondern auch Klassiker des Pop, beweisen so gegensätzliche Songs wie "Hey Joe" und "Moonlight Shadow" (genau, von Mike Oldfield). Die junge amerikanische Songwriterin Stephanie Nilles, deren Americana-Liedgut eine breite Palette von Klassik über Jazz bis Blues und Folk umfasst, führt nun in zwölf überwiegend selbst verfassten Songs auf verspielt-düstere Weise Tradition und Gegenwart zusammen. Ihr Album klingt nach New-Orleans-Jazz und kargem Südstaatenblues genauso wie nach weiblich jaulendem Tom Waits, und wer den 13 irrlichternden Minuten des titelgebenden Songs "The Murder Ballad" gelauscht hat, der weiß, dass dieses Genre wahrlich unsterblich ist.