Mendelssohn, Gade Violinkonzerte Gramola,1 CD ca.20 Euro
Mendelssohn, Gade Violinkonzerte Gramola,1 CD ca.20 Euro

Robert Schumann baute sein "Nordisches Lied" auf den Tönen g-a-d-e auf und nahm damit Bezug auf Niels Wilhelm Gade. Der dänische Komponist wurde von Felix Mendelssohn-Bartholdy
gefördert. So ist es logisch wie spannend, wenn der österreichische Geiger Thomas Albertus Irnberger die Violinkonzerte Mendelssohns und Gades auf einer CD gegenüberstellt. Wunderbar, mit welcher Natürlichkeit, mit welcher unverkitschten Innerlichkeit Irnberger das Mendelssohn-Konzert erfüllt - kongenial begleitet vom Jerusalem Symphony Orchestra unter Doron Salmon.
Gleiche Tugenden im Gade-Konzert: Irnberger lässt die Musik für sich sprechen, leuchtet sie aus, ohne ihr etwas ihr Wesensfremdes überzustülpen. Wobei das Werk selbst Beachtung verdient. Dass sich Mendelssohn für Gade erwärmte, ist verständlich: Das ist Mendelssohn‘scher Lyrismus (der bisweilen deshalb scheinbar nach Wagner klingt, weil Mendelssohn ein direkter Einfluss Wagners war). Selbst das virtuose Finale ist im Grunde lyrisch. Einem Geiger wie Irnberger, der ohnedies nicht auf äußerliche Virtuosität aus ist, entspricht diese Musik ideal. Welch erfreuliche Begegnung!
Thomas Albertus Irnberger: Mendelssohn, Gade. Violinkonzerte.