Eine von Hells "Stadtschriften". Abbildung: Aus dem Buch
Eine von Hells "Stadtschriften". Abbildung: Aus dem Buch

Die einzige Konstante im großstädtischen Leben ist die permanente Veränderung. Das gilt auch für die Stadt, die sich so gerne mit dem Slogan "Wien bleibt Wien" schmückt. Wo früher die "Wiener Zeitung" redigiert wurde, ist heute ein Tageszentrum der "Caritas", und wo die Zeitung heute hergestellt wird, wurden einstmals Rinder geschlachtet.

Zu den aufmerksamsten Beo-bachtern dieser Dauer-Umgestaltung gehört der Schriftsteller Bodo Hell. Immer wieder wandert er durch die Stadt und fotografiert Firmenschilder, die es schon wenige Jahre später nicht mehr gibt (siehe Abbildung). 1983 fuhr er mit dem (Doppeldecker)-Bus 13 A aus dem Alsergund an den Südbahnhof und schrieb darüber das Fahrtprotokoll "Linie 13A". 2002 wiederholte er die Tour (im einstöckigen Bus) und notierte im Text "13A revisited", was sich in der Zwischenzeit verändert hat, was nicht.



Diese und viele andere Wien-Texte und -Bilder sind nun in der stark erweiterten Neuauflage des 1983 erstmals erschienenen Buches "Stadtschrift" versammelt. Darin findet man vieles Verschwundene wieder und entdeckt manches Neue. Und der geschwinde, sozusagen hell-wache Notizenstil des Autors schärft das Bewusstsein dafür, dass auch in Wien nix fix ist.