Axel Ruoffs fesselnder Roman "Apatit"

Ein Mann und eine Frau, in einem unbestimmbaren Wüstenland. Es ist unklar, warum es sie dorthin verschlagen hat. Der gelungene Debütroman von Axel Ruoff lässt den Leser in beständiger Unsicherheit, was in "Apatit" überhaupt passiert. An die Stelle einer Handlung tritt zunehmend das Agieren der lebensfeindlichen Landschaft, die mit den dort lebenden Menschen ihren Prozess macht. Der Ausgang: stets negativ für die Betroffenen. An die Stelle eines konventionell-realistischen Erzählens setzt der 1971 in München geborene Autor eine Öffnung in naturgeschichtliche Dimensionen und ein literarisches Überschreiten der Grenze zwischen Organischem und Anorganischem.

Mit Sprachgewalt und Stilgefühl erforscht sein bemerkenswerter Text etwa ein Thema wie das geheime Leben der Steine und verschränkt dabei politische Gegenwart mit Naturphilosophie, das individuelle Leben seiner Figuren mit dem Schicksal der menschlichen Spezies.

Durchwirkt wird Axel Ruoffs fesselnder Roman vom Staub, der - trotz aller Versuche, ihn fernzuhalten - so unaufhaltsam überall eindringt, wie diese evokative Prosa in das Bewusstsein der Leser.