(wirth) Der Mythos, dass bei Musikern zwischen Mitternacht und vier Uhr morgens die Songs nur so aus der Feder respektive der Gitarre fließen, scheint sich langsam zu einer unumstößlichen Tatsache zu verfestigen. Hatte bisher der Nino aus Wien in diesen nachtschlafenden Stunden seine besten Einfälle, so haben die australischen Paper Kites aus diesem Phänomen nun ein ganzes Konzept-Album gemacht. Jedenfalls hat Frontmann Sam Bentley über einige Monate hinweg pünktlich ab der Geisterstunde auf Musenküsse gewartet - und siehe/höre da: dem Quintett aus Melbourne, das 2013 mit "States" sein Voll-Debüt vorlegte, ist eine ausgesprochen abwechslungsreiche Folkrock-Platte gelungen. Die Stimmung der ersten vier Stunden eines Tages ist in den zehn Songs sehr schön eingefangen: mal versonnen-melancholisch, mal aufgekratzt, mal mit offenen Augen träumend. Gut nur, dass man "Twelvefour" auch in den übrigen 20 Stunden des Tages hören darf.

Live im Wiener B72 am 24. Jänner

The Paper Kites

Twelvefour

(Nettwerk/Soulfood)