Lange Zeit war man der Meinung, Popmusik könne nur dann richtig bewegen, wenn sich der Interpret möglichst viel Schmerz und Leid aus der Seele wringt. Sollte es wirklich eines Beweises bedurft haben, dass auch aus Schönheit und Feingefühl eine zutiefst anziehende musikalische Wirkung erwachsen kann, dann erbringen ihn Shearwater mit ihrem aktuellen Album, "Jet Plane And Oxbow".

Das Cover-Artwork besteht aus bunten Neonröhren und verweist auf einen artifizielleren Popentwurf der Band aus Austin, Texas. Der Filmkomponist Brian Reitzell sorgte als Produzent mit nuancierter Instrumentierung und ausgeklügelten Arrangements für eine Klangästhetik, die mit pulsierenden Synthesizer-Klängen ebenso zu beeindrucken vermag wie mit suggestiv-herzerweiternden Hymnen und anmutigen Balladen. Der melancholische Grundduktus von Shearwater ist erhalten geblieben, der Sound wird jedoch immer geschmeidiger, schöner, um nicht zu sagen schmissiger. Kreativkopf und Sänger Jonathan Meiburg gelingt es zusammen mit seinen Mitstreitern, der Schwermut wahre Wonnen abzugewinnen.