Das neue Album der Fat White Family aus London.

Fat White Family sind das Böse. Die Londoner Band um Saul Adamczewski und die Brüder Lias und Nathan Saoudi ist politisch unkorrekt, obszön und schamlos, ihr zweites Album, "Songs For Our Mothers", ein oszillierender Alptraum. Wo der Mütter gedacht wird, weilen die Väter nicht weit: Glam und Space Rock werden mit Walzerrhythmen und Discobeats garniert. Lias Saoudi fistelt und singt dazu wie durch einen Nebel.

FWF fordern den Hörer mit gespenstischen Themen: Mussolini ("Duce"), der "Lebensraum", das symbolische Ende des Deutschen Reichs anhand von Joseph Goebbels Suizid ("Goodbye Goebbels!"), Harold Shipman ("When Shipman Decides"), bekannt als "Dr. Death", der Tod David Clapsons ("Tinfoil Deathstar"), der ein Opfer britischer Sparpolitik wurde. Der Soundtrack zu den Mördern und Toten wird als delirierende Groteske und irrlichternder Karneval inszeniert. Man mag diesen provokativen Gestus kokett finden. Dabei geht es im Grunde um nichts Geringeres als den ganz alltäglichen Irrsinn.