A. Topalovic, N. Djoric: Arcord Orlando Records, 1 CD ca. 20 Euro.
A. Topalovic, N. Djoric: Arcord Orlando Records, 1 CD ca. 20 Euro.

Wer zu zweit auftritt, findet auch in der kleinsten Hütte Platz. Stilistisch passen diese beiden Musiker aber kaum in einen Rahmen. Schon die Kombination nimmt Wunder: Eine Cellistin und einen Akkordeonisten sieht man nicht alle Tage gemeinsam werken. Zudem bewegen sich Ana Topalovic und Nikola Djoric, in Ermangelung einer einschlägigen Literatur, ziemlich ungezwungen durch die Musikjahrhunderte. Auch Opern geraten dabei in den Blick. Ein Highlight, wie herzzerreißend und doch delikat sich das Cello durch das Lamento aus Purcells "Dido und Aeneas" singt. Der Versuch, auch Tschaikowskis Lenski-Arie ("Eugen Onegin") ins enge Kammermusikkorsett zu pressen, ist daneben nicht ohne Reiz. Herzhaft, doch elegant geht den beiden Serben aber auch Beschwingtes von der Hand - Bartóks "Rumänische Volkstänze" etwa oder gegen Ende ein Piazzolla-Tango, gewissermaßen das natürliche Habitat des Akkordeons. Erstaunlich nicht zuletzt, wie geschmeidig das - an sich doch der Penetranz zuneigende - Knöpferlinstrument hier tönt. Im Verbund mit den samtigen Cellokantilenen lässt es eine Klangfarbe entstehen, die man zart metallisiertes Streichquartett nennen könnte.

Ana Topalovic und Nikola Djoric: Arcord. Orlando Records, 1 CD, ca. 20 Euro.