Heron Oblivion aus San Francisco liefern mit ihrem Debütalbum ein frühes Meisterwerk dieses Jahres ab. Von den ersten übersteuerten Gitarrenakkorden bis zum bald einsetzenden elfengleich-entrückten Gesang von Meg Baird: die magische Verbindung von an- und abschwellenden Gitarrenwänden und Songwriter-Innerlichkeit, von Psychedelic Rock, kalifornischer Leichtigkeit und Mystic-Folk funktioniert bestens und beeindruckt mit sieben frei flottierenden und stimmig mäandernden Songs zwischen Dröhnen und Zwitschern.

Gleichzeitig rustikal und modern, wild und berückend, naiv und clever, wirkt das Album auf Menschen, die sich im Independent-Soziotop heimisch fühlen, wohl ein wenig irritierend und aus der Zeit gefallen - und gefällt doch mit den seltsamsten Geschichten, schönsten Melodien und unschuldigsten Gesängen. Anspieltipps: "Oriar", "Sudden Lament" und "Your Hollows".