Den Weltruhm hat er sich mit der Band Hüsker Dü erspielt. Zusammen mit Grant Hart und Greg Norton sorgte Bob Mould als Gitarrist und Sänger des Trios aus Minnesota für ein paar der einflussreichsten Hardcore-Alben der Musikgeschichte, die heute als Wegbereiter für Genres wie Grunge und Alternative Rock gelten. Den unverwechselbaren Sound verdankten Hüsker Dü der gekonnten Verknüpfung von Noise, Speed und Melodie - musikalische Koordinaten, die Mould auch drei Jahrzehnte später noch als Fundament für seine Kunst dienen.

Auch sein drittes Soloalbum innerhalb von vier Jahren - "Patch The Sky" folgt auf "Silver Age" (2012) und "Beauty & Ruin" (2014) - überzeugt mit einer ausgewogenen Balance zwischen "bright melodies and dark stories". Grundsätzlich also nichts Neues bei diesem unverwüstlichen Mittfünfziger, der trotz grauen Vollbarts und Professorenbrille unverbrauchter wirkt als das Gros der jungen Pop- und Rockmusiker. Haltung altert eben nicht, und gerade weil Bob Mould keinem mehr etwas beweisen muss, ist ihm zusammen mit Jon Wurster am Schlagzeug und Jason Narducy am Bass ein grandioses, gleichermaßen hochenergetisches wie melodiöses und schnörkelloses Album gelungen.

Formal überzeugend und mit großer Euphorie eingespielt, verknüpfen die zwölf Songs die unbändige Energie des Alternative Rock mit der Wucht des Power Pop. Schwere, schneidende und dröhnende Gitarrenklänge und wuchtige Beats treffen auf ausladende Melodiebögen und helle Harmonien.

Vermittelt wird die existenzielle Spannung zwischen dem, nach dem wir uns sehnen, und dem, was wirklich ist. Wenig überraschend also, dass Mould, gesünder und optimistischer denn je, ein ebenso aufrichtiger wie überzeugender musikalischer Lebensberater geworden ist. "Voices In My Head", das druckvolle "The End Of Things" und "Hold On" mit seinem hypnotischen Groove zeitigen neben den typischen, sehnsuchtsvollen Mould-Balladen diesmal die größte Wirkung.