(dawa) "Oh Mensch! Gib acht." Ja, frei nach Nietzsches "Zarathustra" gibt die Hörerschaft angesichts der totalen Inbrunst vorliegender Live-Aufnahme von Gustav Mahlers Dritter gerne Acht. Voller Kraftakte und Inbrunst, eine Ausgeburt an Glückseligkeit und Schwermut, als reine Hommage an Dies- wie Jenseits gelingt die d-Moll Sinfonie des einstigen Hofoperndirektors unter den profunden Fingern des niederländischen Dirigenten Jaap van Zweden, designierter Chef der New York Philharmonic. Prachtliebe heißt es bei van Zweden und dem Dallas Symphony Orchestra gerne, dynamische Spielfreude in den Tutti, markant die Appelle der Bleche. Manch kritischer Geist mag brauchen, bis er die Feinheiten angesichts des Klangkonvoluts der zwei überbordenden "Abtheilungen in fünf Sätzen" entdeckt. Doch sie sind da, die feinen Momente im Menuetto - wie in des Knaben Wunderhorn. "Es sungen drei Engel" und mehr dank der Damen des Dallas Symphony Chorus wie des Kinderchors Greater Dallas, wunderschön passt sich der markante Alt von Kelley O’Connor dem herrlichen Ensemble an. Vitale Freude nicht allein für Mahler-Fans.

Jaap van Zweden / Dallas Symphony Orchestra: Gustav Mahler: Mahlers Dritte. Naxos, 2 CD, ca. 22 Euro.