Es macht eigentlich keinen großen Unterschied, ob man 39, 40 oder 41 Jahre alt ist. Psychologisch kann die Grenze zum 41. Lebensjahr allerdings wie eine Schallmauer erscheinen. "It’s never been hip to turn 40", schreibt denn auch Drew Sarich im Booklet seines neuen Albums. Fragen und Ängste mögen beim Älterwerden auftauchen, Fragen nach der eigenen Identität. So gebärdet sich "Let Him Go" zunächst als eine Reak-
tion auf ein Sinnvakuum, das sich nach einer "moral vacation" sehnt.

Dieser Sinnschwere begegnet Sarich indes mit swingenden Bläsern, bluesigen Rhythmen und Country-Attitüde. Anderswo wird seine Herkunft aus dem Musical auf dezente Art unterstrichen. An keiner Stelle bekommt der Hörer den Eindruck, dass die Midlife-Crisis unüberwindliche Verzweiflung ausgelöst hätte, dafür wirkt das Album zu elegant und transparent instrumentiert. Weniger melancholisch, dafür leichtfüßig tänzelt es durch verschiedene Genres, aber fern jeglichen Experiments, was dem Alter jenseits der 40 doch ebenso zu wünschen wäre.