Bear’s Den aus London ließen im Jahr 2014 mit ihrem Debüt "Islands" aufhorchen. Emotional aufgeladene Harmonieseligkeit traf da auf hemdsärmelige Spielfreude à la Mumford & Sons und ergab eine einnehmende Mischung aus mehrstimmigem Gesang und bekömmlichen Folkpop-Hymnen. Auf "Red Earth & Pouring Rain" beschreitet die Band nun neue Wege. Vom Abgang ihres Sängers und Banjo-Spielers Joey Haynes ließen sich Kevin Jones und Andrew Davie nicht irritieren, sondern reagierten mit einem weniger folkorientierten Popentwurf.

Die Arrangements wurden aufwendiger, das Klangbild wurde satter. Manche Instrumente - vor allem Synthesizer und E-Gitarren - sind dazugekommen, andere - wie das Banjo - ein wenig in den Hintergrund getreten. Geblieben sind die Präsenz der Stimmen und eine bestimmte klerikal-dramatische Feierlichkeit im Ausdruck. Der bewusste Schritt hin zu mehr (Retro-)Pop-Appeal hat die Folk-Wurzeln zurückgedrängt - Fleetwood Mac, 10cc und Snow Patrol lassen grüßen.