Am Anfang steht der Tod. Und das weiße Kaninchen eines schwarzen Mädchens. Dieses in einen Traumwald entlaufene Tier verfolgt Samuel Lumber, Amerikaner mit österreichischen Vorfahren. Dort trifft er auf einen Doppelgänger, und gemeinsam durchleben sie eine veritable Abenteuerfahrt durch eine Schwellenzone, von der beide wissen, dass es eine Reise von Toten in die Region des Todes ist.

Der Roman des Grazer Autors Gerald Lind versucht zu imaginieren, was passiert, wenn wir sterben. Dies aber jenseits religiöser Überformungen und ohne die bekannten Klischees von Licht am Ende des Tunnels und so weiter. Durch das (un-)gleiche Paar werden im Roman die Möglichkeiten ausgelotet, wie man sich als Gestorbener zum Faktum des eigenen Todes verhalten kann, was das mit großer Feinfühligkeit geschriebene Buch nicht selten an-rührend macht.

Außerdem ist "Lumbers Reise" eine intertextuelle Reise durch den Kosmos der Literatur. Lumbers Weg ins Offene ist gespickt mit erkennbaren wie verdeckten Zitaten aus der unsterblichen Welt der Bücher, wobei Gerald Lind am Ende die postmoderne Schraube auf eine Weise weiterdreht, die für jeden Leser eine Herausforderung darstellt.