Die Österreicher lieben Island (außer während jener 90 Minuten heuer bei der Fußball-EM): Es ist 2016, überraschend, ihr zweitliebstes Urlaubsland. Und Unnar Gísli Sigurmundsson, der sich - international windschlüpfriger - Júniús Meyvant nennt, werden sie auch rasch lieben. Obwohl er auf seinem Debütalbum, "Floating Harmonies", so gar nicht nach der nördlichen Insel klingt: also nichts Elfenhaftes, Mythisches oder Sirenenartiges à la Sigur Rós oder Björk erklingen lässt.

Stattdessen gibt’s Soul & Funk in bläser- und streichersatten Arrangements. Dass sich der bärtige 33-Jährige von früh an in Motown mindestens genauso gut auskannte wie bei heimatlichen Geysiren, hört man auf zwei Dritteln des Albums. Der Rest besteht aus Gitarren- und Piano-Balladen, die zum Schönsten und Anrührendsten zählen, was man zurzeit hören kann. Hätte Island in Frankreich so gespielt, wie Meyvant hier singt, wären sie glattt Europameister geworden.