Ein Wiener Musiker und sein Agent gehen nach Deutschland und landen dort mit einem Wien-Krimi einen Erfolg. Das ist die eine Basisinformation zu Johann Allachers Roman "Der Watschenmann".

Ein österreichischer Förster erforscht die Eigenschaften des Wassers und wird in der Folge erst von Engelbert Dollfuß vergeblich und dann von Adolf Hitler unter Zwang (nämlich im KZ) dazu animiert, daraus neuartige Antriebstechnologien zu entwickeln. Das ist die andere Basisinformation über Viktor Schauberger (1885 bis 1958), auf dessen Arbeiten weite Teile des Romans aufbauen.

Und so ist der Inhalt eine klassische Wiener Melange aus Wirtshaus-Wettkampftrinken, b'soffenen Aktionen eines Bummelstudenten, für Laien verständlich dargestellten hochwissenschaftlichen Themen und Wirtschaftskriminalität. Allacher entwickelt einen Roman, der nicht nur eine spannende Handlung hat (der aus unerfindlichen Gründen gegen Alkohol resistente Student Erik Neubauer gerät durch eine aus purer Tollheit auf dem Westbahnhof einem Wildfremden gegebene Ohrfeige in eine Verfolgungsjagd, weil der Geohrfeigte kurz darauf ermordet und seine Assistentin mitsamt Erik entführt wird), sondern auch die tiefe Wiener Beislszene und ihre Bewohner treffend beleuchtet. Und wer in Wien lebt, wird auch die beschrieben Örtlichkeiten alle kennen und im Geiste die Route mitgehen - oder besser mit einem halb kaputten Jeep rasen, bevor es sich Allacher im großen Finale fast etwas gar einfach macht (aber mehr wird an dieser Stelle nicht verraten). Für die deutschen Leser mag es jedenfalls ein Wien-Führer der anderen Art sein. Ob der ihnen dann wirklich Lust auf die Stadt macht, mag zwar bezweifelt werden - fesselnd ist er allemal.

Johann Allacher: Der Watschenmann
Emons Verlag; 256 Seiten; 11,30 Euro