Jetzt sind die Kinder am Wort und rechnen ab mit den Satiren ihres Vaters, der die Familiengeschichte gewinnbringend ausgeschlachtet hat. Nein, so brutal ist es natürlich nicht, wenn Rafi, Amir und Renana Kishon im Andenken an ihren berühmten, im Jahr 2005 verstorbenen Vater noch einmal die aus ihrer Sicht besten Geschichten über das Familienleben im Hause Kishon herausgeben und dabei mit eigenen, sehr persönlichen Kommentaren dazu versehen.

Vielmehr ist es das spannendste Kishon-Buch überhaupt. Weil eben diejenigen, die in Satiren über Hunde, Schnuller oder Kaugummi vorkommen, jetzt selber ihren Senf dazugeben. Und dabei offenbar wird, wie wenig Kishon anscheinend dazuerfunden hat. Daneben lernt man auch noch den Menschen hinter dem Autor kennen, wie ihn seine Familie erlebt hat. Und man erfährt auch manches über "die beste Ehefrau von allen", die im Original übrigens "die kleine Frau" hieß, seinen fiktiven "besten Freund Jossele" und die Filme, die Kishon neben seinen Büchern gedreht hat.

Wer Kishon bisher geliebt hat, wird dieses Buch förmlich verschlingen. Und wer durch dieses Buch erstmals mit ihm in Berührung kommt, wird vermutlich bald noch mehrere andere Kishon-Bücher kaufen. Denn er war und ist eben wirklich völlig zu Recht "der zweitberühmteste Jude nach Jesus", wie seine Kinder es so schön formulieren.

Ephraim Kishon: Der beste Vater von allen
Ausgewählte und kommentierte Geschichten
von Rafi, Amir und Renana Kishon
Verlag LangenMüller; 256 Seiten; 20,90 Euro