Renée Fleming Distant Light Decca, 1 CD, ca. 18 Euro.
Renée Fleming Distant Light Decca, 1 CD, ca. 18 Euro.

Die vielleicht schönste und zugleich raffinierteste Nummer auf der neuen CD "Distant Light" der US-amerikanischen Sopranistin Renée Fleming stammt nicht von einem Komponisten der klassischen Musik, sondern von der isländischen Pop-Bardin Björk: "All Is Full Of Love". Zusammen mit "Virus" und "Jóga" balancieren die drei Björk-Nummern die bittersüße Solokantate "Knoxville: Summer of 1915" des US-Amerikaners Samuel Barber aus, die wie ein Abgesang auf die Romantik anmutet mit ihren gebrochenen Erinnerungen an Schubert, Puccini, vielleicht auch Sibelius.

"The Strand Settings" komponierte der Schwede Anders Hillborg Renée Fleming auf ihren leuchtenden Sopran: Unter die ausdrucksstarke Deklamation legt er zumeist Klangflächen von berückender Schönheit, aus denen sich bisweilen einzelne Phrasen herausheben wie Seezeichen aus einem Meer des Klanges.

Renée Fleming war selten besser als in den Stücken dieser CD. Das Royal Stockholm Philharmonic Orchestra begleitet sie unter Sakari Oramo, der eine überzeugende Relation herstellt zwischen dem Gesangsstar und dem symphonischen Anspruch der Werke.

Renée Fleming: Distant Light. Decca, 1 CD, ca. 18 Euro.