Die geschickte Aufbereitung von Altbekanntem und das humorvolle Experiment mit Retrosounds machte Sam France und Jonathan Rado bekannt und ließ das ebenso einfallsreiche wie durchgeknallte Indierock-Duo aus Kalifornien zu Kritikerlieblingen mit Massenkompatibilität werden.

Ihre ersten drei Produktionen - "Take The Kids Off Broadway" (2012), "We Are The 21st Century Ambassadors Of Peace & Magic" (2013) und ". . . And Star Power" (2014) - hätten dem Sound und Geist nach so auch in den 60er und 70er Jahren erscheinen können, waren mit ihrem hohen Maß an wundersamen Melodien, verrückten Ideen und raffinierten Arrangements aber viel mehr als ein gelungener Retropop-Spaß.

"Hang" bietet nun keinen Stilbruch, sondern überzeugt mit einer ambitionierten Weiterentwicklung der stets mit chamä-leonhafter Wandlungsfähigkeit, großer Geste und entsprechendem Glamour daherkommenden Melange aus Pop-Eklektizismus, Indierock-Affinität, Nostalgie-Charme und späthippieskem Irrsinn. Die acht Songs des Albums sind überwiegend sehr eingängig und evozieren fast durchgehend gute Laune.

Das melodieselige Virtuosentum und die schier überbordende Ideenvielfalt sind indes nicht einlullend-affirmativ, sondern vielmehr ein von (Selbst-)Ironie geprägter subversiver Akt. Dabei vermittelt das Duo mit seiner kapriziös-theatralischen Glamrock-Attitüde tendenziell das Gefühl, dass seine Musik nur leichte Kost wäre. Der Reiz liegt aber in der meisterhaften Art, wie individuelle Vorstellungen und musikalisches Wissen in komplexen Stil-Synthesen vereint werden.

Ein vierzigköpfiges Orchester sorgt für die nötige Opulenz, Matthew E. White und Steven Drozd (Flaming Lips) steuern lässige Vibes und coole Grooves bei. Das Album überzeugt mit schwelgerischen ("Trauma") und glamourösen ("Mrs. Adams") Songs und hat neben zahlreichen beschwingten Momenten auch seine zurückgenommenen, mitunter sogar dunklen Passagen - zumindest für Foxygen-Verhältnisse. So gerät "America" etwa zur unverblümten Abrechnung mit dem Zustand Amerikas.