Schwungvoll kündigt sich der Ausflug in die "Freizeiten" und damit in das heurige Thema des Festivals "Resonanzen" an. Quasi aus dem Hinterhalt werden Alte-Musik-Freunde am Samstag von Bläserklängen überrascht, die vom Saalende aus majestätisch und gemächlich zur Bühne voranschreiten und dort von den Streichern erwartet werden, die freudig in die Melodie einstimmen. Ganz hinten (als Einziger übrigens, der nicht im Rhythmus marschiert) der Maestro des Amsterdam Baroque Orchestras, Ton Koopman. Ein erfrischender Auftakt. Koopman nimmt im Eröffnungsstück, "Vereinigte Zwietracht der wechselnden Saiten" von Johann Sebastian Bach, die Stellung am Cembalo ein und hält sich folglich gestalterisch zurück. Orchester, Chor und Solisten treten umso eleganter in den Vordergrund; Catalina Bertucci (Sopran) gibt erfolgreich ihr Debüt in der Rolle des Glücks.

In Telemanns "Musique de Table" (Tischmusik), die darauf folgt, verfällt man jedoch zunehmend ins Schema Hintergrundmusik. Das mag der Aufgabe des Stücks zwar gerecht werden. Bei einer konzertanten Aufführung aber hätte man in Sachen Dynamik und Differenzierung ruhig mehr herausholen dürfen. So bleibt der Eindruck eines recht monotonen Einheitsbreis, der bekömmlich gewesen wäre, hätte man sich dazu plaudernd an einem Tisch vergnügt.

Ein weiteres erfreuliches Debüt gab es an- und abschließend in Bachs "Streit zwischen Phoebus und Pan" vonseiten Andreas Wolfs, der mit warmem Timbre und großer Wendigkeit für leuchtende Glanzmomente sorgte - ein Eröffnungsabend mit vereinzelten Verheißungen.

Konzert

Amsterdam Baroque Orchestra

Festival bis zum 29. Jänner